Multiple Sklerose: Therapieoptionen

Das Therapiegebiet Multiple Sklerose (MS) hat besonders großes Interesse der Fachärzte anlässlich des DGN 2010 in Mannheim auf sich gezogen. Dies verwundert nicht. Mit der erwarteten Zulassung von oralen Therapeutika für die Therapie der schubförmigen MS wird das therapeutische Spektrum für Ärzte und Patienten erweitert. Gleichzeitig sehen sich die behandelnden Ärzte jedoch dem Problem gegenüber, wann von bewährten Medikamenten auf neue, aber potentiell risikoreichere, Therapieoptionen umgestellt werden soll. Für einige der kommenden Substanzen wird aktuell ihre Wirksamkeit in der Frühphase der MS untersucht, für die die heutigen Basistherapeutika bereits die Zulassung haben. Evidenzbasierte Daten, wie nach einem möglichen Therapieversagen oder bei Therapiebeendigung wegen Nebenwirkungen unter oraler Medikation weiter therapiert werden kann, fehlen bisher. Mit dem MS-Basismedikament mit dem Wirkstoff Glatirameracetat steht hingegen eine bewährte, langfristig wirksame Therapie zur Verfügung, die besonders bei frühem Therapiebeginn zu einer deutlichen Reduktion der Schübe führen kann. Zudem sind unter dieser Therapie bei über einer Million von Patienten-Jahren keine neuen schwerwiegenden unerwarteten Nebenwirkungen aufgetreten.

Mit einem Besucherrekord ist Europas größter neuromedizinischer Kongress, die Neurowoche 2010 der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zu Ende gegangen. Vom 21. bis 25. September trafen sich mehr als 7.000 Spezialisten für Gehirn und Nerven in Mannheim. Mit über 2.500 wissenschaftlichen Einzelbeiträgen ist diese Tagung der größte neuromedizinische Kongress, der jemals in Europa stattgefunden hat.

Multiple Sklerose im Blickpunkt: Basistherapeutika versus orale DarreichungsformenDie beiden Pharmaunternehmen Teva und sanofi-aventis, die gemeinsam das MS-Basismedikament mit dem Wirkstoff Glatirameracetat vertreiben, haben mit ihrem Symposium auf der Neurowoche geholfen, für die Therapieentscheidung bei MS eine Nutzen-Risiko-Abwägung zu treffen, Überlegungen zur Eskalation und Deeskalation von Immuntherapien anzustellen und schließlich weitere Erkenntnisse zur Erhaltung der individuellen Lebensqualität der behandelten Patienten zu gewinnen.

Experten-Video: Sehen Sie hier die Referenten des Symposiums im Interview:

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Prof. Dr. med. Bernd Kieseier, Düsseldorf – Thema: „Nutzen-Risiko Abwägung bei der Therapie-Entscheidung“

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Prof. Dr. med. Ralf Gold, Bochum – Thema: „Neue Überlegungen zu Eskalation und Deeskalation“

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PD Dr. med. Tjalf Ziemssen, Dresden – Thema: „Therapieziel: Lebensqualität“

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