Multiple Sklerose: Sobek-Forschungspreis für Rudolf Martini

Rudolf Martini teilt sich den Sobek-Forschungspreis mit einer Kollegin, Professorin Catherine Lubetzki vom renommierten Hôpital de la Salpêtrière in Paris. Die Auszeichnung wird den beiden am 10. Dezember im Neuen Schloss in Stuttgart verliehen. Die Laudatio hält Professor Peter Frankenberg, der baden-württembergische Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Vergeben wird der Sobek-Forschungspreis im jährlichen Turnus von der „Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung“.

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine noch immer unheilbare, chronische Erkrankung, an der in Deutschland rund 120.000 Menschen leiden. Da die Symptome meist schon im jungen Erwachsenenalter einsetzen, sind auch die sozio-ökonomischen Folgen erheblich. Man weiß, dass im Verlauf der Erkrankung das Immunsystem Zellen des zentralen Nervensystems angreift und erheblich schädigt. Die primären Ursachen für diesen fehlgeleiteten Angriff sind jedoch bislang unklar.

Schäden in den Markscheiden als primäre Ursache nachgewiesen

Hier setzen die Forschungsarbeiten von Martini und seinem Team an: Seine Studien zeigen, dass genetische Schäden in den Markscheidenzellen der Grund für eine Immunattacke sein können. Dabei gehen nicht nur die Markscheiden verloren, also die „Schutzhüllen“ um die Nervenfasern. Es entstehen auch die bei der MS klinisch bedeutsameren Verluste von Nervenfasern und Nervenzellen.

Schäden in den Markscheiden sind also mögliche Auslöser für chronische und zerstörerische Entzündungsprozesse im zentralen Nervensystem: Diese neue Erkenntnis, die auf das Konto von Rudolf Martinis Team geht, erlaubt völlig neuartige Überlegungen für die Forschung und die Entwicklung von Therapien bei bestimmten Formen der Multiplen Sklerose sowie irgendwann auch bei anderen degenerativen Erkrankungen des Nervensystems.

Lebenslauf von Rudolf Martini

Rudolf Martini wurde 1956 in Karlsruhe geboren. In seiner Heimatstadt studierte er Biologie und promovierte über das Riechsinnesorgan von Wespen. In Heidelberg und später an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich widmete er sich intensiv der Entwicklung der Nervenfasern und ihrer Markscheiden im peripheren Nervensystem von Säugetieren.

Im Anschluss an ein erfolgreiches Kooperationsprojekt mit dem Würzburger Neurologie-Professor Klaus Toyka folgte Martini 1996 einem Ruf als Universitätsprofessor an die Neurologische Uniklinik in Würzburg. Hier schlüsselte er als Leiter der Sektion Experimentelle Entwicklungsneurobiologie neuartige Zusammenhänge von Markscheidenerkrankung und chronischer Entzündung im peripheren und zentralen Nervensystem auf.

Kontakt

Prof. Dr. Rudolf Martini, Neurologische Klinik der Universität Würzburg, T (0931) 201-23268, rudolf.martini@uni-wuerzburg.de

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