„Münster Hornhaut Forum 2010“: Premiere am UKM / Neue Wege der Hornhautbehandlung werden vorgestellt

Münster (ukm/dre). Über 200 Augenärzte aus ganz Deutschland werden am 20. März am Universitätsklinikum Münster (UKM) erwartet: Erstmals findet an diesem Tag das "Münster Hornhaut Forum" statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der Augenklinik des UKM. Einen Schwerpunkt stellen neue Verfahren zur Hornhaut-Behandlung, einschließlich der Transplantation, dar.

Alleine an der UKM-Augenklinik werden jährlich rund 80 Hornhaut-Transplantationen durchgeführt. Die Hornhaut (Fachbegriff: Kornea) bildet die vordere, äußere Begrenzung des Augapfels. Sie fungiert als "Fenster" für das in das Auge einfallende Licht. Bei einer Vielzahl von Erkrankungen kann es zu Trübungen, Verformungen oder Narbenbildung, z.B. nach schweren Entzündungen der Hornhaut kommen. Um die Sehkraft des Patienten zu erhalten, ist in solchen Fällen oft der Ersatz durch eine Spenderhornhaut nötig. Auch schwere Verletzungen können der Grund für eine Transplantation der Hornhaut sein.

"Neben dem wissenschaftlichen Austausch wollen wir aber auch das Forum nutzen, um für die Organ- und Hornhautspende zu werben. Denn auch bei der Hornhaut gibt es viel zu wenig Spender", erklärt Privatdozent Dr. Constantin E. Uhlig, Oberarzt der UKM-Augenklinik, Leiter der Hornhautbank am UKM und Leiter des Hornhaut Forums . In Deutschland werden pro Jahr ca. 4.000 Transplantationen der Hornhaut vorgenommen, der tatsächliche Bedarf sei allerdings etwa doppelt so hoch. An der Augenklinik des UKM besteht bereits seit vielen Jahren eine eigene Hornhautbank: Durch die hauseigene Hornhautbank haben die UKM-Spezialisten auch die Möglichkeit zur Notfallhornhauttransplantation, was in einigen Fällen die einzige Möglichkeit ist, das Auge zu retten.

Bei der Veranstaltung am 20. März werden neue Verfahren zur Behandlung der Hornhaut vorgestellt, etwa die Nutzung der Amnionmembran (Gewebe der Plazenta) die mit einem in Münster entwickelten "Träger" wie eine therapeutische Kontaktlinse der Hornhaut aufgelegt werden kann, ferner ein spezielles Verfahren, bei dem Hornhäute individuell für den jeweiligen Empfänger vorbereitet werden. Weitere Themen sind innovative medikamentöse und operative Behandlungen bei Hornhauterkrankungen sowie eine von der UKM-Augenklinik initiierte Befragung, die sich mit persönlichen Einstellungen zur Organ- und Hornhautspende befasst.
(idw, 03/2010)

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