Münchener Herzforscher gründen Munich Heart Alliance

Dabei ergänzen sich die Expertisen der Institutionen unter anderem in der genetischen Ursachenforschung oder der Therapieforschung, in denen Münchener Herzforscher schon in den vergangenen Jahren Meilensteine gesetzt haben.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in den westlichen Ländern. Zwar ging die Sterblichkeit infolge dieser Krankheiten in den vergangenen Jahren leicht zurück. Trotzdem könnten nach aktuellen Schätzungen durch verbesserte Früherkennung und Nachbehandlung mehr als 50 Prozent aller kardiovaskulären Todesfälle verhindert werden. Außerdem verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen hohe Kosten in den Gesundheitssystemen: Der jüngste Gesundheitsbericht des Bundes gibt Gesamtkosten von 35,2 Milliarden Euro an; ein Viertel der Arzneimittelausgaben gesetzlicher Krankenversicherungen entfallen auf Herz-Kreislauf-Medikamente.

Mit der Gründung der Munich Heart Alliance werden die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München mit dem Klinikum der Universität München, die Technische Universität München (TUM) mit dem Klinikum rechts der Isar und dem Deutschen Herzzentrum München, das Max-Planck-Institut für Biochemie und das Helmholtz Zentrum München ihre Zusammenarbeit intensivieren und ihre unterschiedlichen Schwerpunkte weiter vernetzen. Neben einer starken Grundlagenwissenschaft (mit Veröffentlichungen in Zeitschriften wie Nature, Nature Medicine und Cell) und einer herausragenden klinischen Herz-Kreislauf-Forschung (mit Veröffentlichungen in Zeitschriften wie New England Journal of Medicine und Lancet) können die Partner auf die Erfahrungen mit mehr als 20.000 Herzpatienten zurückgreifen, die jährlich in den Münchener Universitätskliniken behandelt werden. Auch die Daten von 18.000 Studienteilnehmern der Bevölkerungsplattform KORA sowie von mehr als 20.000 Patienten des Herzinfarktregisters, welches das Helmholtz Zentrum München in Augsburg betreibt, werden der Munich Heart Alliance zugute kommen.

Bereits in den vergangenen Jahren konnten Münchener Herzforscher wissenschaftliche Meilensteine setzen, so etwa in der Untersuchung von Herzrhythmusstörungen, die auf genetische Veränderungen in bestimmten Herzmuskelproteinen zurückgeführt werden konnten. Es konnten einige Gen-Varianten identifiziert werden, die ihre Träger für Herzrhythmusstörungen anfällig machen und gleichzeitig neue Therapieoptionen bieten könnten. Mit klinischen Studien haben Münchener Wissenschaftler außerdem maßgeblich zur Entwicklung innovativer Therapiekonzepte für Patienten mit Herzinfarkt beigetragen. Diese Konzepte sind heute Bestandteil internationaler Leitlinien und dienen Kardiologen weit über die Grenzen Europas hinaus als Behandlungsstandard. Auch die Identifizierung mehrerer Gen-Varianten, die das Risiko für schwerwiegende Herzerkrankungen wie Herzinfarkt, Vorhoffflimmern und den plötzlichen Herztod erhöhen, stehen beispielhaft für die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen der Münchener Herz-Kreislauf-Forschung.

Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch würdigte auf der heutigen Gründungsveranstaltung die Kompetenz und das Engagement der Münchener Herzforscher: „Wir wollen die Vernetzung der bayerischen Wissenschaftslandschaft weiterentwickeln, um die Potenziale unserer Forschungseinrichtungen optimal zu nutzen. Wenn die TUM und die LMU, das Helmholtz Zentrum München und das Max-Planck-Institut zusammenarbeiten, ergibt sich eine schlagkräftige Gemeinschaft. Dafür steht die Munich Heart Alliance.
Weitere Informationen

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist eine der führenden Universitäten in Europa mit einer über 500-jährigen Tradition. In der Exzellenzinitiative, einem deutschlandweiten Wettbewerb zur Stärkung der universitären Spitzenforschung hat sie überaus erfolgreich abgeschnitten. Als echte „universitas“ bietet sie das breite Spektrum aller Wissensgebiete von den Geistes- und Kulturwissenschaften über Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis hin zur Medizin und den Naturwissenschaften. In 18 Fakultäten forschen und lehren rund 700 Professorinnen und Professoren sowie etwa 3.300 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie bieten ein umfangreiches Fächerspektrum mit rund 150 Studienangeboten, das zurzeit mehr als 45.000 Studierende nutzen.

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 420 Professorinnen und Professoren, 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (einschließlich Klinikum rechts der Isar) und 24.000 Studierenden eine der führenden Universitäten Deutschlands. Ihre Schwerpunktfelder sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin und Wirtschaftswissenschaften. Nach zahlreichen Auszeichnungen wurde sie 2006 vom Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Exzellenzuniversität gewählt. Das weltweite Netzwerk der TUM umfasst auch eine Dependance in Singapur. Die TUM ist dem Leitbild einer unternehmerischen Universität verpflichtet.

Am Max-Planck-Institut (MPI) für Biochemie in Martinsried bei München stehen Proteine im Mittelpunkt der Forschung: Was entscheidet, aus welchen Genen Proteine entstehen? Wie steuern Proteine komplexe Zellprozesse? Wie kommunizieren Zellen miteinander? Was geschieht bei Fehlern? Diesen und anderen Fragen gehen die Max-Planck-Wissenschaftler in derzeit neun großen Abteilungen und rund 20 Forschungsgruppen auf den Grund und tragen so zu den neuesten Erkenntnissen auf den Gebieten der Biochemie, der Zellbiologie, der Strukturbiologie, der Biophysik und der Molekularen Medizin bei. Mit rund 850 Mitarbeitern aus 45 Nationen ist das MPI für Biochemie eine der größten biologisch-medizinisch ausgerichteten Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft e.V.

Das Helmholtz Zentrum München ist das deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Als führendes Zentrum mit der Ausrichtung auf Environmental Health erforscht es chronische und komplexe Krankheiten, die aus dem Zusammenwirken von Umweltfaktoren und individueller genetischer Disposition entstehen. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens auf einem 50 Hektar großen Forschungscampus. Das Helmholtz Zentrum München gehört der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft an, in der sich 16 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit insgesamt 30.000 Beschäftigten zusammengeschlossen haben.
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Sven Winkler, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg. Tel.: 089-3187-3946, Fax 089-3187-3324, E-Mail: <presse@helmholtz-muenchen.de>
(idw, 07/2010)

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