MS-Experte des Dresdner Uniklinikums berät Regierung des Emirats Qatar

Das am Klinikum etablierte Angebot, das durch den Umzug der Einrichtung in das ABAKUS-Gebäude in diesem Jahr noch ausgebaut wurde, zieht immer mehr Patienten an: Durch die erweiterten Kapazitäten stieg die Zahl der hier behandelten MS-Kranken noch einmal um rund 40 Prozent. Prof. Ziemssen reist aber nicht nur als Berater in den Nahen Osten: An zwei der drei Tage wird er auch 50 Patienten sehen.

„Eine frühe und umfassende Versorgung von MS-Patienten beeinflusst den Verlauf der Erkrankung positiv. Die Regierung von Qatar hat verstanden, dass das nicht nur gut für die Betroffenen ist, sondern auch die Behandlungskosten in späteren Jahren senkt“, sagt Prof. Ziemssen. Das Dresdner MS-Zentrum gehört mit seinen mittlerweile über 1.000 regelmäßig betreuten Patienten in Deutschland zu den größten Einrichtungen seiner Art. „Das Zentrum ist ein gutes Beispiel für die am Universitätsklinikum geleistete Spitzenmedizin“, erklärt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums. „Durch die enge Verknüpfung von Krankenversorgung und Forschung können wir schwerst betroffenen Patienten die innovativsten Therapien anbieten. Gleichzeitig tragen unsere Experten mit ihren Erfahrungen und durch eigene Forschungen dazu bei, die Behandlung weiter zu verbessern.“

Seit seiner Gründung vor vier Jahren ist das MS-Zentrum stetig gewachsen – heute behandeln die Neurologen des Klinikums pro Jahr mehr als 1.000 Patienten. Als eine der bundesweit größten und renommiertesten Einrichtungen dieser Art verknüpft das Zentrum die ambulante medizinische Versorgung der Patienten mit einem umfangreichen psychosozialen Beratungsangebot und einer regen Forschungstätigkeit. Die neuen, im Sommer bezogenen Räume im zweiten Stock des ABAKUS-Gebäudes an der Blasewitzer Straße bieten Patienten, Ärzten und Forschern auf knapp 600 Quadratmetern eine optimale Infrastruktur. So ist am neuen Standort unter anderem eine engere Verknüpfung verschiedener Forschungsvorhaben der Klinik für Neurologie möglich. Damit profitieren auch die Patienten der benachbarten Parkinson-Spezialstation vom neu geschaffenen Mobilitätscenter: Hier werden ihre Mobilität und ihr Gang quantitativ erfasst, um zu Forschungszwecken von MS oder Parkinson hervorgerufene Störungen darstellen zu können.

Hintergrundinformation Multiple Sklerose
Allein in Sachsen sind mehr als 4.000 Menschen an MS erkrankt. Unter dieser in Schüben auftretenden Entzündung von Teilen des Nervensystems leiden und litten auch Prominente wie der Schlagersänger Howard Carpendale, die Star-Cellistin Jacqueline du Pré oder der Dichter Heinrich Heine. Obwohl die Krankheit vor mehr als einem Jahrhundert erstmals beschrieben wurde, sind Diagnose und Therapie nach wie vor schwierig. Auch Neurologen benötigen Spezialwissen, um MS-Kranke umfassend behandeln zu können. Die Symptome der Multiplen Sklerose sind vielfältig. Die Krankheit kann Augenprobleme ebenso verursachen wie Kopfschmerzen oder Querschnittslähmungen. Betroffene sprechen deshalb auch von der ‚Krankheit mit den tausend Gesichtern’.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Multiple Sklerose Zentrum (MSZ)
Leiter: Oberarzt Prof. Dr. Tjalf Ziemssen
Fetscherstr. 74, 01307 Dresden
Tel. 0351 458 4465
Tjalf.Ziemssen@uniklinikum-dresden.de

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