MRSA auf Neugeborenen-Intensivstationen des Universitätsklinikums Freiburg unter Kontrolle

Es gibt keine neuen Infektionen mit dem MRSA-Erreger (Methicillin-resistente Staphylokokken) in den Neugeborenen-Intensivstationen des Universitätsklinikums Freiburg. Den Frühgeborenen, die mit dem Erreger lediglich besiedelt sind, geht es gut, sie zeigen keine Infektionszeichen. Am 2. Februar 2012 hatte das Klinikum über eine Infektion und drei Besiedlungen sowie die eingeleiteten Hygiene-Maßnahmen informiert.

„Wir gehen davon aus, dass durch unsere sehr intensiven Hygienemaßnahmen die Übertragungskette gestoppt werden konnte“, sagt Professor Dr. Rudolf Korinthenberg, stellvertretender Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. „Schwangere, die nach der 28. Woche vorzeitig entbinden müssen, können weiterhin bei uns versorgt werden.“ Da derzeit nach wie vor die mit dem Erreger besiedelten Neugeborenen in der Intensivstation behandelt werden, gilt aus Sicherheitsgründen noch der Aufnahmestopp für Risiko-Schwangere, die vor der 28. Woche entbinden müssen.

Screening des Personals bisher ohne positiven Befund

Weiterhin herrscht jedoch Unklarheit über die Herkunft der MRSA-Erreger. Das Screening des Personals ist weitgehend abgeschlossen; bei keiner der 70 getesteten Personen konnte bislang eine Besiedlung mit dem Erreger festgestellt werden. „Damit können wir zusätzlich zur strikten Einhaltung der Hygienemaßnahmen wie Schutzkleidung und Mundschutz sicherstellen, dass eine Übertragung durch das getestete Personal nicht stattfindet“, sagt Professor Dr. Philipp Henneke, Infektionsmediziner und Hygienebeauftragter der Kinderklinik.

Die intensive Suche nach der Infektionsursache dauert an. „Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass die Ursache möglicherweise nicht gefunden werden kann – das ist in ähnlichen in der wissenschaftlichen Literatur beschriebenen Fällen leider mehr die Regel als die Ausnahme“, sagte Professor Dr. Markus Dettenkofer, Leiter der Sektion Krankenhaushygiene am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene. Dazu trägt vor allem bei, dass sich abgeklungene Besiedlungen mit dem Erreger vor dem Auftreten der ersten Infektion im Januar 2012 heute nicht mehr nachweisen lassen.

Experte steht Journalisten zur Verfügung:

Für Nachfragen von Journalisten steht Professor Dr. Philipp Henneke, Hygienebeauftragter des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg, heute zwischen 15.30 und 17:00 Uhr telefonisch zur Verfügung. Tel.: 0761/ 270 77540

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