Mosaiksteine, die einfach passen

„Ich habe meinen Platz gefunden.“ Ein zufriedenes Lächeln breitet sich über Dirk Hoffmeisters Gesicht aus. Keine Spur mehr von der beruflichen Weichenstellung, die anstand. „Ich habe mich intensiv damit auseinandergesetzt, ob ich Jena, die Universität und das HKI verlassen will.“ Und das Angebot aus Saarbrücken war attraktiv: gute Rahmenbedingungen für die gesamte Forschungsgruppe und Anbindung an eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Durchaus vergleichbar mit Jena.

Auf die Frage, warum er sich für Jena entschieden hat, fällt Hoffmeister nur eine Antwort ein: „Jena! Ganz einfach Jena. Die Institutionen, das Umfeld und vor allem die Menschen stimmen einfach. Mit meiner Berufung an das Institut für Pharmazie der Universität Jena habe ich als Biologe die Chance erhalten, nach neuen Wirkstoffen für zukünftige Medikamente zu suchen. Noch dazu hatte ich das Glück, am HKI Laborräume zur Verfügung gestellt zu bekommen. So kann ich mit meiner Forschung an Ständerpilzen auch die Arbeit des HKI ergänzen. Das sind Mosaiksteine, die einfach passen.“

Dirk Hoffmeister forscht an Pilzen, identifiziert ihre Inhaltsstoffe und analysiert diese „natürlichen Chemiefabriken“ mithilfe chemischer Verfahren – um schließlich zu testen, ob sich diese als Wirkstoffe für künftige Medikamente eignen. Ein Forschungsfeld, das sich bei ihm erst nach und nach herauskristallisiert hat. „Zu Beginn meines Biologie-Studiums habe ich begeistert botanische Exkursionen unternommen. Ich wusste, wie man Pflanzen bestimmt und habe mich für ihre genetischen Grundlagen interessiert. Wie sie chemisch funktionieren, also warum eine Rose duftet und rot ist, das wusste ich nicht.“ Und so kam er auch zur Chemie der Pilze. Mit seiner Forschung steht Hoffmeister heute am Anfang des Entwicklungsprozesses von neuen Medikamenten: „Zu wissen, dass man Teil dieses Prozesses ist und noch dazu die eigene Neugier ausleben kann, das ist phantastisch. Ich möchte, um nichts in der Welt, etwas anderes tun.“

Nach seiner Zeit als Postdoc im US-amerikanischen Wisconsin und als Assistant Professor in Minnesota kam Dirk Hoffmeister Anfang 2009 nach Jena. „Man kommt nach Jena und ist angekommen. Ich wurde nicht nur von Anfang an akzeptiert, sondern auch integriert und geschätzt.“ Immer wieder kommt Hoffmeister auf die gute persönliche Konstellation zu sprechen. „Die Universitäts- und Fakultätsleitung sowie das HKI haben sich ernsthaft um mich bemüht. Das war keine Pflichtübung.“ So bleibt Hoffmeister auch weiterhin Professor im Institut für Pharmazie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter einer Assoziierten Forschungsgruppe am HKI. Eine Verbindung, die für beide Einrichtungen einen Glücksfall darstellt.

Informationen zum HKI

Das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut – wurde 1992 gegründet und gehört seit 2003 zur Leibniz-Gemeinschaft. Die Wissenschaftler des HKI befassen sich mit der Infektionsbiologie human-pathogener Pilze. Sie untersuchen die molekularen Mechanismen der Krankheitsauslösung und die Wechselwirkung mit dem menschlichen Immunsystem. Neue Naturstoffe aus Mikroorganismen werden auf ihre biologische Aktivität untersucht und für mögliche Anwendungen als Wirkstoffe zielgerichtet modifiziert.

Das HKI verfügt über fünf wissenschaftliche Abteilungen, deren Leiter gleichzeitig berufene Professoren der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) sind. Hinzu kommen mehrere Nachwuchsgruppen und Querschnittseinrichtungen mit einer integrativen Funktion für das Institut, darunter das anwendungsorientierte Biotechnikum als Schnittstelle zur Industrie. Gemeinsam mit der FSU betreibt das HKI die Jena Microbial Resource Collection, eine umfassende Sammlung von Mikroorganismen und Naturstoffen. Zurzeit arbeiten mehr als 350 Personen am HKI, davon 120 als Doktoranden.

Das HKI ist Initiator und Kernpartner großer Verbundprojekte wie der Exzellenz-Graduiertenschule Jena School for Microbial Communication, des Sonderforschungsbereiches/Transregio FungiNet, des Zentrums für Innovationskompetenz Septomics sowie von InfectControl 2020 – Neue Antiinfektionsstrategien, einem Vorhaben im BMBF-Programm Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation.

Informationen zur Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an.

Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der WissenschaftsCampi -, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam.

Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 17.000 Personen, darunter 7.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,5 Milliarden Euro.

Ansprechpartner

Dr. Michael Ramm
Wissenschaftliche Organisation
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e. V.
– Hans-Knöll-Institut –
Adolf-Reichwein-Straße 23
07745 Jena

+49 3641 5321011 (T)
+49 1520 1848494 (M)
+49 3641 5320801 (F)

michael.ramm@hki-jena.de
Presseservice: pr@hki-jena.de
www.presse.hki-jena.de

Scroll to Top