„Morbus melancholicus – der vitale Reiz von Krise, Krankheit und Tod“

Die sehr persönliche Konfliktsituation, die sich mit der zunehmenden Lebenserwartung ergibt, steht im Mittelpunkt des zweiten Vortrags im Rahmen der Ringvorlesung des Präsidenten der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Am 25. November 2013 stellt sich Prof. Dr. Hans Förstl in seinem Vortrag „Morbus melancholicus – der vitale Reiz von Krise, Krankheit und Tod“ der Frage, inwieweit Altern in Würde angesichts von Alzheimer, Demenz und Depression noch möglich ist. Wurde früher der körperliche und geistige Abbau im Alter als etwas Natürliches hingenommen, so wird heute angesichts des Schwindens der Hoffnung auf ein vollkommenes jenseitiges Leben in der öffentlichen Meinung und der Medizin diesen Verfallserscheinungen der Kampf angesagt. Die Krise der Gesundheit wird zum vitalen Reiz, aus der kurzen Erdenfrist des Menschen das Beste zu machen.

Prof. Dr. Hans Förstl, der an dem von Gießen aus organisierten internationalen Forschungsprojekt „The Evolution of Time“ mitgewirkt hat, ist Psychiater und Neurologe. Er ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar
in München.

In der Ringvorlesung des JLU-Präsidenten steht im Wintersemester 2013/14 der Homo Conflictus im Zentrum. Hochkarätige Referentinnen und Referenten aus Kultur, Wissenschaft und Politik beleuchten das Thema „Homo Conflictus – Zwischen Harmoniebedürfnis und Konfliktrealität“. Zum Auftakt am 18. November hatte die bekannte Autorin und Fernsehmoderatorin Thea Dorn mit ihrem Vortrag „Die Kunst des Konflikts“ eine panoramaartige Einführung in das Thema gegeben. Die Vorlesungsreihe setzt sich zum Ziel, das Menschsein im Spannungsfeld von Konflikt und Harmonie auszuloten und Konflikte im persönlichen, politischen und religiösen Bereich in ihren destruktiven und produktiven Aspekten zu sehen. Dabei haben alle Vortragenden im Wintersemester 2013/14 eine Gemeinsamkeit: eine persönliche Verbindung nach (Mittel-)Hessen.

Die Ringvorlesung des Präsidenten wendet sich gleichermaßen an ein universitäres Publikum und an die Öffentlichkeit in Stadt und Region. Alle Vorträge finden statt in der Aula im Universitätshauptgebäude (Ludwigstraße 23, 35390 Gießen). Sie beginnen jeweils um 19.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Termin
Montag, 25. November 2013 • Prof. Dr. Hans Förstl
Morbus melancholicus – der vitale Reiz von Krise, Krankheit und Tod

Ausblick auf die weiteren Veranstaltungen der Ringvorlesung:

Montag, 9. Dezember 2013 • Volker Bouffier, MdL
Vom Konflikt zum Konsens: Von der Suche nach Mehrheiten in der modernen Demokratie

Montag, 20. Januar 2014 • Tom Koenigs, MdB
Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?

Montag, 3. Februar 2014 • Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann
Krisen und Konflikte – Lernerfahrungen der Reformation

Montag, 10. Februar 2014 • Dr. Frank-Walter Steinmeier, MdB
Politik als Verwaltung, Gestaltung oder Krisenmanagement – ein Erfahrungsbericht

Zeit: Die Vorträge beginnen jeweils um 19.15 Uhr.
Ort: Aula im Universitätshauptgebäude, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen

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Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 26.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissen¬schaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit 2006 wird die JLU sowohl in der ersten als auch in der zweiten Förderlinie der Exzellenzinitiative gefördert (Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System – ECCPS; International Graduate Centre for the Study of Culture – GCSC).

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