Mörderische Korruption vor aktuellem Zeitgeschehen

(djd). Auf eine Solarforschungsfirma wird ein Anschlag mit sieben Toten verübt – der Mainzer Kommissar Brockmann soll den Fall aufklären. Schnell ist klar, dass es sich dabei um eine politische Tat handelt, und der Verdacht richtet sich auf ausländische Gruppierungen, die offensichtlich gegen die aktuelle EU-Politik der Bundesregierung agieren.
So beginnt der spannende Thriller „Anschlag im April“ von Ulrich Cardell. Anfangs scheint es sich dabei um einen der üblichen Plots zu handeln, bei denen ein findiger Ermittler souverän einen Kriminalfall löst, der sich eher zufällig in einem aktuellen Themenumfeld bewegt. Doch der Leser – wie auch Kommissar Brockmann – merkt mit der Zeit, dass weitaus mehr dahinter steckt.

Weitreichende Verstrickungen der Politik

Die Jagd nach den Attentätern führt Brockmann nach Frankreich und Slowenien. International bekannte Verbrecher werden als die Schuldigen ausgemacht. Packende Verhöre, blitzartige Zugriffe auf Hintermänner und erhellende Hintergrundgespräche enthüllen jedoch die Ausmaße des Falles. Irgendwann kann sich Brockmann dann der Erkenntnis nicht mehr verschließen, dass seine eigene Regierung in die Sache verstrickt sein muss und der nationale Geheimdienst darüber Bescheid weiß. Am Ende erkennt Brockmann, dass er selbst lediglich eine Schachfigur inmitten einer Schlangengrube von Korruption und politischen Intrigen ist, mit dem Ziel, die Verstrickungen von Politikern mit Vertretern der Energielobby zu vertuschen.

Realistische Fiktion

Gerade der brandaktuelle Hintergrund des Romans – die momentane EU-Politik, die gegenwärtigen Bemühungen um die Entwicklung alternativer Energiemodelle sowie immer neue Skandale um renommierte Größen aus Politik und Wirtschaft – lässt den Leser des Romans mehr als nachdenklich zurück. Natürlich sind Handlung und Protagonisten von „Anschlag im April“ rein fiktiv, doch jedem ist klar, dass die Geschichte nicht weit hergeholt ist und der aufmerksame Beobachter sicherlich die Brisanz vieler Handlungsepisoden wiedererkennt.
Der Roman „Anschlag im April“ (Verlag Südwestbuch, ISBN-Nummer 978-3942661942, 297 Seiten), ist als Taschenbuch für 12,50 Euro im Buchhandel und Online-Buchhandel erhältlich.

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