Mittelhessische Zusammenarbeit trägt Früchte

„Der Erfolg mit diesem LOEWE-Antrag zeigt erneut, dass die Philipps-Universität über forschungsstarke Lebenswissenschaften verfügt. Die benachbarten mittelhessischen Hochschulen stärken einander zudem durch erfolgreiche Kooperationen, wie auch in diesem Falle“, erklärt Professor Dr. Frank Bremmer, Vizepräsident für Forschung, Nachwuchs und Wissenstransfer an der Philipps-Universität. Neben der Philipps-Universität arbeiten an dem Vorhaben die Fachhochschule Gießen-Friedberg und die Justus-Liebig-Universität Gießen mit, bei der die Federführung liegt. Auf Marburger Seite beteiligen sich die Arbeitsgruppen von Professorin Dr. Renate Renkawitz-Pohl, Professor Dr. Harald Renz sowie Professor Dr. Rolf Müller. Alles in allem erhalten die Projektpartner 4,3 Millionen Euro für zunächst drei Jahre.

Die Reproduktionsfähigkeit von Männern kann durch viele verschiedene Krankheitserreger geschädigt werden. "Welche molekularen Mechanismen hierfür eine Rolle spielen, ist bislang weitgehend unverstanden", erläutert der Marburger Mediziner Professor Dr. Harald Renz. Der neue LOEWE-Schwerpunkt zielt auf eine verbesserte Diagnostik und Therapie der infektiös-entzündlichen Ursachen männlicher Infertilität, die wesentliche Faktoren bei ungewollter Kinderlosigkeit darstellen. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Konzeption steht die Identifizierung von Signalmolekülen und deren Interaktion, die für die Krankheit von Belang sind. Hierfür werden Forschungskompetenz und klinische Erfahrung der beteiligen Hochschulen zusammengeführt.

So sucht Renate Renkawitz-Pohl in ihrem Teilprojekt nach Faktoren, die bei männlichen Keimzellen mit verminderter Fruchtbarkeit in Zusammenhang stehen, wobei die Forscher hier auf das gut etablierte Modell der Taufliege Drosophila zurückgreifen. Müller erforscht an Mäusen, wodurch die Abwehr gegenüber Infektionen beeinflusst wird. Renz schließlich ist an einem Plattform-Projekt beteiligt, das die zentrale Infrastruktur für die Durchführung vielfältiger molekularbiologischer Analyseverfahren bietet.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Johannes Scholten,
Wissenschaftskommunikation
Tel.: 06421 28-25866
E-Mail: <johannes.scholten@verwaltung.uni-marburg.de>
(idw, 07/2010)

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