Mit unbeschränkter Haftung: Konferenz zu biologischen Klebstoffen für Medizin und Industrie

„Die meisten Klebstoffe, die derzeit in Medizin oder Industrie eingesetzt werden, sind synthetisch und bestehen größtenteils aus gesundheitsschädlichen und nicht abbaubaren Substanzen“, erklärt Janek von Byern, Mitglied der Core Facility für Cell Imaging und Ultrastrukturforschung an der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien. Hingegen sind verschiedene Formen von Klebern in der Natur weit verbreitet.

Natürliche Hafttricks nutzbar machen

Die natürlichen Hafttricks von Pflanzen und Tieren dienen immer öfter als Vorlage für so genannte biomimetische Klebstoffe – Kleber nach dem Vorbild der Natur. Das Forschungsteam um von Byern von der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien sucht und beschreibt neue tierische Klebstoffsysteme, ihre Funktionsweise und Klebstoffzusammensetzung. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf exotischen Klebesystemen von Tintenfischen und Salamandern.

Darüber hinaus forscht das Ludwig Boltzmann Institut für experimentelle und klinische Traumatologie unter der Leitung von Heinz Redl zum körpereigenen Klebstoff Fibrin und seiner Verwendung bei medizinischen Fragestellungen.

Konferenz des Europäischen Forschugnsnetzwerks

Zusammen vertreten die oben genannten Institute Österreich im neu gegründeten EU-Netzwerk „Biological Adhesives: From Biology to Biomimetics“ und sind mit anderen europäischen ForscherInnen und IngenieurInnen maßgeblich an der Entwicklung neuer Klebstoffsysteme für Medizin und Industrie beteiligt. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie findet von 3. bis 5. November 2010 im Tiergarten Schönbrunn die erste Konferenz mit über 80 ForscherInnen statt.

Ziel dieser Bionik-Tagung ist, den aktuellen Stand der Klebstoffforschung zu präsentieren und die Entwicklungsweichen für die kommenden vier Jahre festzulegen. „Der intensive Gedankenaustausch zwischen Forschung und Industrie in diesem Netzwerk und das Ambiente sind eine Inspiration und Motivation für uns Forscher. So können wir voneinander lernen und für unsere Forschungsarbeit an bionischen Produkten profitieren“, so von Byern.

Webseite Austrian Research Group of Biological Bonding Systems (Adhesion): http://www.adhesion.at/

Kontakt
Dr. Janek von Byern
Core Facility für Cell Imaging und Ultrastrukturforschung
Universität Wien
1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA I)
T +43-1-4277-544 28

Rückfragehinweis
Mag. Alexander Dworzak
Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien
1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
T +43-1-4277-175 31

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