Mit Speck Ärzte locken? Heilpraktische Versorgung auf dem Land braucht neue Qualifikationen

Die BürgerInnen – nicht nur auf dem Lande – wollen bei einer Erkrankung vor allem Zeit zum Gespräch erhalten, ob eine einfache Behandlung oder aufwändige Therapie nötig ist. Bei der gegenwärtigen Krankheitsentwicklung könnten 80 bis 90 Prozent aller Anlässe zum Arztbesuch auf dieser Ebene erfolgreich behandelt werden. Eine derartige Form der Heilpraktik, die die Menschen in ihrem Alltag mit gesundheitsfördernden Maßnahmen unterstützt, wird aber im Medizinstudium nicht gelehrt und unter den Bedingungen der gegenwärtigen Gebührenordnung auch von HausärztInnen kaum praktiziert.

Mit den geplanten 320 Millionen Euro könnten bundesweit zehn neue „Hochschulen für Gesundheit“ nach dem Vorbild der „Hochschule für Gesundheit“ in Nordrhein-Westfalen finanziert werden, die den Auftrag erhalten, eine kompetente Berufsqualifikation für die primäre Gesundheitsversorgung zu vermitteln.

Die Aus- und Weiterbildung eines Allgemeinmediziners dauert bislang 11 Jahre. Aus Allgemeinmedizin, Pflegewissenschaft, Heilpraktik und übenden Gesundheitsverfahren kann eine neue 6jährige Berufsausbildung für die primäre Heilpraktik entwickelt werden, die dem Bedarf und den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht. In spätestens sieben Jahren können die dadurch
gewonnenen Heil-PraktikerInnen landesweit tätig werden. Eine derartige Berufsqualifikation kann mit einer hohen Nachfrage rechnen und dafür würde sich auch ein neues Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung lohnen. Der gegenwärtige Gesetz-Entwurf des Gesundheitsministers greift dagegen deutlich zu kurz.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Eberhard Göpel (Kooperationsverbund Hochschulen für Gesundheit e.V. / Hochschule Magdeburg-Stendal)
Telefon: (0391) 886 49 28
E-Mail: hoge@sgw.hs-magdeburg.de

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