Mit Mathe gegen Herzinfarkt / WWU-Forscher erzählen im „MatheMonatMai“ über ihre Arbeit

Die Herzforscher arbeiten an neuen Verfahren der sogenannten Molekularen Bildgebung. Dazu zählen unter anderem Computertomografie (CT) und Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Diese können Gewebeveränderungen bei Herz- und Gefäßerkrankungen auf molekularer Ebene, das heißt auf der Ebene kleinster Teilchen, sichtbar machen. Parallel optimieren die Mathematiker im Team die technischen Methoden der Bildgebung, damit Mediziner das Herz und die Herzkranzgefäße Schicht für Schicht, aus jedem beliebigen Blickwinkel und im zeitlichen Verlauf noch besser untersuchen können. "Wir arbeiten eng mit Forschern aus Medizin, Chemie, Physik und Informatik zusammen, um diese Ziele zu erreichen", erklärt Martin Burger.

Die mit den Untersuchungsverfahren gemessenen molekularen Signale aus dem Körper liegen noch nicht in Form eines Bildes vor und sind deshalb zunächst nicht interpretierbar. "Hier kommt die Mathematik ins Spiel, um das Bild zu rekonstruieren", berichtet Mathematiker Dr. Frank Wübbeling. Über mathematische Modelle der Datenentstehung und spezielle mathematische Handlungsvorschriften, sogenannte Algorithmen, werden die Messdaten auf Bilddaten umgerechnet, ausgewertet und für die Visualisierung aufbereitet. "Unser Job als Mathematiker-Team ist es, besonders leistungsfähige Modelle und Algorithmen zu entwickeln", erklären die Doktoranden Jahn Müller und Ralf Engbers, "so bekommen wir Bilder, die Mediziner optimal auswerten können."

Der "MatheMonatMai" wurde 2009 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gemeinsam mit der Deutschen Mathematiker-Vereinigung ins Leben gerufen. In Anknüpfung an das Jahr der Mathematik sollen der Öffentlichkeit jährlich im Mai Projekte aus der Mathematik vorgestellt werden.
(idw, 05/2010)

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