Mit Licht zum Erfolg

Die Zahnmedizinstudentin Simone Dudda hat im Rahmen ihrer Doktorarbeit zusammen mit ihrem Doktorvater, Professor Dr. Michael Gente, leitender Oberarzt des Lehrbereichs Propädeutik der Abteilung für Orofaziale Prothetik und Funktionslehre an der Philipps-Universität, eine neue Verarbeitungsmethode für fließfähige Zahnfüllungen entwickelt. Dafür wurde sie im September in Cuxhaven mit dem auf 6000 Euro dotierten ersten Preis des 10. VOCO Dental Challenge ausgezeichnet.

Kleine und mittelgroße Defekte an Zähnen, die zum Beispiel durch Karies verursacht worden sind, werden in der Regel mit zahnfarbenen Füllungskunststoffen, sogenannten Komposits, verschlossen. Diese Materialien werden in fließfähigem oder streichfähigem Zustand in die Defekte eingebracht und anschließend durch Bestrahlung mit blauem Licht polymerisiert. Da es bei dieser Art der Härtung zu einer Schrumpfung kommt, besteht immer die Gefahr, dass das „Loch im Zahn“ nicht dicht verschlossen wird, sondern sich am Füllungsrand trotz Verklebung mit dem Zahn Spalten bilden können. Diesem neuerlichen Kariesrisiko begegnet man bislang dadurch, dass das Füllungsmaterial in kleinen Portionen in den Zahn eingebracht und jede Portion einzeln gehärtet wird – eine zeitraubende Prozedur.

Bei der neuen Marburger Verarbeitungsmethode wird schon während des Einfüllens des Komposits in den Defekt eine genau dosierte Lichtmenge auf den lichthärtbaren Kunststoff eingestrahlt: Das Material fließt an den Zahn, wird vorgehärtet und nach dem Auffüllen des Lochs mit Licht nachgehärtet. Zur Dosierung des Lichtes, das auf das Tempo des Einfüllens abgestimmt sein muss, wurde eine Computersteuerung entwickelt. Von dieser Erfindung, die von der Philipps-Universität beim Deutschen Patent- und Markenamt eingereicht wurde, erfuhr die Fachöffentlichkeit erstmals in Cuxhaven im Rahmen des 10. VOCO Dental Challenge. Simone Dudda, Studentin im 9. Fachsemester, setzte sich mit ihrem Vortrag und einer Live-Demonstration der Erfindung gegen eine hochkarätige Konkurrenz aus Zahnmedizinern und Werkstoffkundlern aus Deutschland und der Schweiz durch.

Promotionsbetreuer Gente zeigt sich hocherfreut über diesen Erfolg. „Unsere Arbeitsgruppe hat es erneut geschafft, diesen renommierten Preis zu erringen. Ich freue mich sehr über diese Anerkennung wissenschaftlicher Leistung“. Bei der ersten Dental Challenge vor neun Jahren wurde dem damaligen Studenten Matthias Nötzel aus Gentes Arbeitsgruppe ebenfalls der erste Preis zuerkannt.
Der bereits zum 10. Mal verliehene Nachwuchsforscherpreis wurde von der Firma VOCO in Cuxhaven gestiftet. Zu den Bewertungskriterien der Jury zählen neben einer wissenschaftlich überzeugenden Untersuchung und ihrem medizinischen Nutzen auch deren Darstellung und Präsentation. Zudem gibt eine kurze Fragerunde nach den einzelnen Vorträgen Aufschluss darüber, wie intensiv sich die Wettbewerbsteilnehmer mit ihrem jeweiligen Thema beschäftigt haben. Der erste Preis ist mit 6.000 Euro dotiert. Die eine Hälfte des jeweiligen Preisgeldes ist für den Vortragenden und die andere Hälfte für die Arbeitsgruppe bestimmt. Hinzu kommt für jeden Preisträger ein Zuschuss von jeweils 2.000 Euro für Publikationen oder die Vorstellung auf internationalen Kongressen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Michael Gente
Tel.: 06421- 586 7033
E-Mail: gente@med.uni-marburg.de

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