Mit Laien gegen den plötzlichen Herztod – Bei Herzstillstand kann jeder helfen und Leben retten

Jemand bricht plötzlich ohne Warnzeichen zusammen, liegt bewusstlos am Boden, reagiert nicht auf Zurufen, Rütteln oder leichte Schmerzreize wie Zwicken, atmet nicht mehr oder röchelt nur. Sehr wahrscheinlich liegt ein akuter Herzstillstand vor. Ein plötzlicher Herztod droht, wenn nicht sofort nach dem Notruf 112 durch Herzdruckmassage die lebenswichtige Versorgung des Körpers, insbesondere des Gehirns, mit Sauerstoff überbrückt wird, bis der Notarzt mit dem Defibrillator eintrifft. Diese Akutversorgung durch Herzdruckmassage, die bei Herzstillstand lebensnotwendig ist, kann jeder leicht erlernen und anwenden – trotzdem wird sie häufig von Anwesenden unterlassen.
„Aus Angst etwas falsch zu machen, wird leider nach dem Absetzen des Notrufs 112 oft gar nichts gemacht und abgewartet, bis der Rettungsdienst eintrifft. Auch deswegen sterben jedes Jahr hierzulande immer noch etwa 80 000 Menschen an einem plötzlichen Herztod – das darf angesichts der leichten Erlernbarkeit der alleinigen Herzdruckmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung nicht sein“, weiß der Notfallmediziner Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Kardiologie/Konservative Intensivmedizin am Vivantes-Klinikum Am Urban in Berlin. Von großem Nutzen für den Patienten ist es ebenfalls, wenn das flimmernde Herz mit dem sog. automatisierten externen Defibrillator (AED) wieder in den Takt gebracht wird. Solche Geräte sind für Laien leicht zu bedienen. „Auch hier heißt es: Je früher defibrilliert wird, umso erfolgreicher ist die Reanimation“, so Prof. Andresen.

Mit 46 AEDs gegen den plötzlichen Herztod

Aus diesem Grund unterstützt die Deutsche Herzstiftung die Ausstattung der U-Bahn-Stationen in Hannover und des Kundenzentrums der Hannoverschen Verkehrsbetriebe (üstra) mit 46 AEDs, um so zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes in der Landeshauptstadt und Umgebung beizutragen. Laienhelfer, die in der sog. Frühdefibrillation, in der Anwendung eines AED geschult sind, können nämlich zusätzlich zur konsequenten Herzdruckmassage bis zum Eintreffen des Rettungswagens den AED anwenden. Damit verbessern sie die Überlebenschancen um ein Weiteres.
„Deshalb unterstützen wir auch in Hannover die Ausstattung von U-Bahn-Stationen mit AEDs, da hier tagtäglich Menschen anzutreffen sind, die im Notfall helfen könnten“, sagt der Herzstiftungs-Vorstand Prof. Andresen und betont: „Aber nur wer sich als Laienhelfer nicht durch den AED von der Herzdruckmassage ablenken lässt, sollte ihn auch anwenden. Die alleinige Herzdruckmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung bei Herzstillstand ist überlebenswichtig und steht an erster Stelle“, betont Prof. Andresen. Kostenloses Infomaterial mit Erläuterungen zur Wiederbelebung durch Herzdruckmassage bietet die Deutsche Herzstiftung (s. Kasten) an.

An dem gemeinsamen Projekt unter dem Motto „Hannover zeigt Herz“ sind neben der üstra und der Deutschen Herzstiftung die Feuerwehr der Landeshauptstadt Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Wilhelm-Hirte-Stiftung, die protec Service GmbH und die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH beteiligt. Finanziert wird das Vorhaben durch Spenden an die Deutsche Herzstiftung, die die Geräte beschafft. Hierzu hat die Wilhelm Hirte Stiftung 70 000 Euro und die üstra 60 000 Euro gespendet. „Wenn pro Jahr auch nur ein Menschenleben durch Defibrillatoren gerettet werden kann, dann ist dies schon ein verantwortungsvoll eingesetzter Betrag“, erklärte dazu Wilhelm Lindenberg vom Vorstand der üstra.

Ein kostenloses Herznotfall-Infopaket der Deutschen Herzstiftung unter kann auch angefordert werden bei: Deutsche Herzstiftung, Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main, Tel. 069 955128-0, Mail: info@herzstiftung.de.

Häufige Fragen zum richtigen Verhalten bei Herzstillstand werden beantwortet in dem Experten-Beitrag „Können Sie noch reanimieren? Vier Dinge, die jeder wissen sollte“ .

Die kostenfreie Herznotfall-App der Herzstiftung (iPhone und Android) mit Erläuterungen zur Symptomatik des Herzinfarkts und mit Anleitungen zur Durchführung der Herzdruckmassage erreicht man mit dem Suchbegriff „Herzstiftung“ im App Store für iPhone und in Google Play für Android-Handys.

16/2013

Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle:
Michael Wichert / Pierre König
Tel. 069/955128-114/-140
Fax: 069/955128-345
E-Mail: wichert@herzstiftung.de /
koenig@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de

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