Mit dem Kanu ins Wasserlabyrinth

(djd). Mitten hinein in die glitzernde Auenlandschaft gleitet das Paddelboot, vorbei an sattgrünem Schilf, Seerosen und umgestürzten Bäumen. Dazwischen leuchten gelbe und violette Farbtupfer: Gilbweiderich und Beinwell, eine altbewährte Heilpflanze. Schon bald werden sich hier, im Nationalpark Unteres Odertal, wieder viele Tausend Kraniche sammeln, um nach Süden zu fliegen. Und Naturtouristen können dies hautnah miterleben – in Deutschlands einzigem Flussauen-Nationalpark.

Wildnis pur

„Das ist Wildnis pur. Hier reguliert der Mensch nichts mehr“, schwärmt Nationalparkchef Dirk Treichel. Sein 10.500 Hektar großes Revier in der brandenburgischen Uckermark ist besser erhalten als jede andere Flussauenlandschaft in Deutschland. Als außergewöhnlich groß gilt auch die Artenvielfalt in den Altwassern und Schilfgürteln, den Auwäldern und den regelmäßig überfluteten Feuchtwiesen. Knapp 300 Vogelarten leben hier, vom Eisvogel bis zum Seeadler, aber auch viele andere Tiere wie Biber oder Fischotter.

Im Jahr 1995 wurde das Untere Odertal als Nationalpark ausgewiesen. Seit 2006 dürfen Touristen in ausgewählten Bereichen reiten und baden. Wander- und Radwege führen direkt durch die Auenlandschaft. Mehr als 120 Kilometer Deichwege, wie der Oder-Neiße-Fernradweg, bieten spektakuläre Einsichten in die Einsamkeit der Polderlandschaft. Am nächsten kommt man der Wildnis aber auf einer geführten Paddeltour. Angeboten wird sie von Mitte Juli bis Mitte November.

Reizvoll zu jeder Jahreszeit

Im Laufe des Jahres verändert die Landschaft immer wieder ihr Gesicht, jeder Wechsel birgt seine eigenen Reize. Darauf stellt sich die Nationalparkverwaltung mit besonderen Angeboten ein: beispielsweise mit den Flussauen-Wochen im März und April, der Kranichwoche im Oktober und den Singschwantagen im Februar. Viel Wissenswertes erfährt man außerdem im Nationalparkhaus am Schloss Criewen mit einer Ausstellung zum Anfassen und Mitmachen. Weitere Informationen, auch über Pauschalangebote, gibt es beim Tourismusverein Nationalpark Unteres Odertal, Telefon 03332-25590, und unter http://www.unteres-odertal.de im Internet.

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