Minister und Ärztekammer Niedersachsen fordern gesamtheitliches Engagement

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler fordert angesichts des sich abzeichnenden Ärztemangels ein gesamtheitliches Engagement aller beteiligten Akteure. „Fest steht: Wir müssen mehr Ärzte ausbilden. Was den Ausbau der Studienplätze angeht, sind wir in Niedersachsen auf einem sehr guten Weg. Mit der geplanten Erweiterung der derzeitigen Teil- zu Vollstudienplätzen an der Universitätsmedizin Göttingen und dem Ausbau der European Medical School in Oldenburg werden wir in den kommenden Jahren rund 200 neue Medizinstudienplätze schaffen“, sagte Thümler im Rahmen eines Gesprächs mit Vertreterinnen und Vertretern der Niedersächsischen Ärztekammer. Zusätzliche Studienplätze allein würden aber nicht ausreichen, um vor allem den Hausärztemangel – speziell in den ländlichen Regionen – in den Griff zu bekommen. Eine wesentliche Frage in diesem Zusammenhang müsse auch sein, wie die vorhandenen personellen Ressourcen zielgerichteter verteilt werden könnten.

Von der vieldiskutierten „Landarztquote“ hält Thümler jedoch nichts. „Zu erwarten, dass sich junge Menschen gleich zu Beginn ihres Medizinstudiums – in der Regel ohne Praxiserfahrung – für zehn Jahre auf eine Fachrichtung und damit letztlich auch auf ein bestimmtes persönliches Umfeld festlegen, halte ich für fernab jeder Lebensrealität. Wir müssen vielmehr dafür sorgen, dass sich die Studierenden freiwillig für eine Tätigkeit als Hausarzt auf dem Land entscheiden, indem wir entsprechende Anreize schaffen“, betont Thümler.

Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Dr. Martina Wenker begrüßte das Vorhaben von Minister Thümler und der Landesregierung: „Ich freue mich dass unsere Forderung nach deutlich mehr Medizinstudienplätzen so konstruktiv und zügig aufgegriffen wird.“ Wenker sagte zu, die Landesregierung auch in anderen Fragen der künftigen Ärzteversorgung in einem Flächenland fachlich zu unterstützen. Die Ärztekammer Niedersachsen werde insbesondere bei den Themen Patientensicherheit und Qualität der künftigen ärztlichen Versorgung weiterhin ein starker und konstruktiver Partner für die Politik bleiben. An dem Gespräch im Wissenschaftsministerium nahmen auch Vizepräsidentin Marion Renneberg und Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Nils Frühauf teil.

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