Minimalinvasive Operationen – die Revolution der kleinen Schnitte

Einig sind sich die Mediziner: Bei manchen älteren Patienten wird durch die minimalisierten Eingriffe überhaupt erst eine operative Versorgung möglich. In der Vergangenheit beispielsweise konnten die oft durch Osteoporose, also altersbedingte Knochenbrüchigkeit, verursachten Wirbelbrüche operativ nicht versorgt werden, weil die Belastung durch konventionelle Operationen zu groß war. Durch die Einführung der so genannten Kyphoplastie, können spezialisierte Chirurgen diesen Menschen heute schnell und komplikationsarm helfen. 

„Minimalinvasive Operationstechniken haben sich mittlerweile auch bei Spinalkanalstenose, bei durch Abnutzung bedingten Engstellen in der Wirbelsäule, als Therapietechnik der ersten Wahl erwiesen“, so Dr. Boluki. Bedingt durch die veränderte Altersstruktur in der Bevölkerung steigen hier die Patientenzahlen kontinuierlich. Die Betroffenen leiden unter zunehmenden Schmerzen in den Beinen. Die Mobilität nimmt immer mehr ab, bis diese Patienten nur noch wenige Schritte gehen können.

Durch den Einsatz hochmoderner Operationsmikroskope kann auch diesen Patienten jetzt geholfen werden. Unter dem Mikroskop werden die knöchernen Engstellen über einen kleinen Hautschnitt unter Schonung der Nerven sicher abgetragen, die Schmerzen in den Beinen können dadurch in vielen Fällen deutlich gelindert werden.

Bei der „Thorakoskopie“ werden zunehmend auch Operationen mit Hilfe der „Schlüsselloch-Technik“ an der Brustwirbelsäule unter Monitorsicht durchgeführt. Früher waren hierfür große Schnitte im Bereich des Brustkorbs notwendig. Faszinierender Effekt für die Patienten: Sie sind oft schon am ersten Tag nach der Operation wieder mobil.

Sogar das Wirbelgleiten, eine Instabilität der Wirbelsäule, bei der es zum Abrutschen der Wirbel kommt, kann heute über vier kleine Hautschnitte am Rücken und einen kleinen Schnitt am Bauch schonend und sicher stabilisiert werden. Große Schnitte und schwierige Nachbehandlungen sind häufig nicht mehr nötig.

Experten sagen aber auch: Es gibt Grenzen beim Einsatz der „Schlüsselloch-Technik“ im Operationssaal. So sind langstreckige Fehlstellungen ganzer Wirbelsäulenabschnitte, die so genannte Skoliose, noch immer Domäne der offenen Operation.

„Es ist wichtig, dass der Operateur alle Behandlungsalternativen beherrscht, herkömmliche wie minimal-invasive Verfahren und auch die Techniken der nicht-operativen Therapie“, so Professor Dr. Grifka, Direktor der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg. Die Operation sei immer die letzte Maßnahme nach Ausschöpfung der konservativen, nicht operativen Behandlungs-möglichkeiten.

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