Mikrotechnikbranche investiert wieder mehr

In ihrer jüngsten Ausgabe des European Economic Forecast (Winter 2015) berichtet die Europäische Kommission, dass Investitionen aufgrund des anhaltend schlechten Investitionsklimas auch 2014 auf einen niedrigen Niveau geblieben sind. Einen spürbaren Anstieg erwartet die Kommission erst ab 2016. Dazu beitragen sollen ihr eigener Investitionsplan und die von der der Europäischen Zentralbank in Kraft gesetzte quantitative Lockerung zur Senkung der Realzinsen. Die Mikrotechnikunternehmen wollen bereits 2015 noch einmal mehr Mittel für Technologieentwicklung und Unternehmenswachstum in die Hand nehmen: 35,8% der Unternehmen möchten dann mehr investieren als im Vorjahr.

Gesundheitsmarkt boomt – Automobiltechnik wieder unter den Top-Märkten der Mikrotechnik

Der Medizintechnik- und Gesundheitsmarkt gewinnt für die Mikrotechnikbranche immer weiter an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen beliefert diesen Mark. Für knapp ein Viertel (24,4%) ist es der wichtigste Zielmarkt. Mikrotechnologien sind essenziell für die Gesundheitsbranche, denn sie bieten die technischen Lösungen, die es ermöglichen, Qualität und Umfang der Leistungen im Gesundheitswesen zu steigern und gleichzeitig die Behandlungskosten zu senken, was angesichts der steigenden Lebenserwartung und der Zunahme chronischer Erkrankungen unumgänglich ist. Diese Trends werden sich weiter fortsetzten, denn die technischen Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft.

Die Automobilindustrie hat kürzlich weltweit einen Wachstumsschub erfahren. Auch für die Mikrotechnikbranche ist dieser Markt in den vergangenen zwei Jahren wieder wichtiger geworden. Automobiltechnik ist derzeit für 11,1% der Unternehmen der Hauptzielmarkt – 2013 traf das nur auf knapp 4% der Unternehmen zu. Der Wunsch nach Fahrerassistenzsystemen, die zunehmende Vernetzung des Fahrzeugs mit Unterhaltungs- und Informationsdiensten sowie die voranschreitende Entwicklung alternativer Antriebskonzepte wie Elektro- oder Wasserstoffmotoren haben der Automobilindustrie als Zuliefermarkt zuletzt wieder Auftrieb gegeben.

Wachsende Märkte in Osteuropa und China – Brasilien auf der Wunschliste

Märkte in China und Osteuropa haben für die Mikrotechnikbranche Europas seit 2013 nachdrücklich an Bedeutung gewonnen. Das Russlandgeschäft hat trotz der Wirtschaftssanktionen nicht nachgelassen. Dort ist heute ein höherer Anteil Unternehmen aktiv als noch vor zwei Jahren.

Schwellenländer wie Indien und Brasilien haben sich als Märkte nicht so schnell entwickelt wie erwartet. In Brasilien ist der Anteil der dort aktiven Unternehmen seit 2013 stabil geblieben. Dort wollen aber zusätzliche 22% der Mikrotechnikunternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre aktiv werden. Brasilien würde damit zum mittelfristig am stärksten wachsenden Überseemarkt für die europäische Mikrotechnikbranche.

Über IVAM Research:

IVAM Research, der Geschäftsbereich Wirtschaftsforschung des IVAM Fachverband für Mikrotechnik, erhebt einmal pro Jahr die Wirtschaftsdaten bei den Unternehmen der Mikrotechnik, Nanotechnik, neuen Materialien und optischen Technologien. Im Januar und Februar 2015 wurden 2541 Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Europa befragt. 6,5 % nahmen an der Befragung teil.

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