Migräne – Wie kann man das Risiko eines Anfalls reduzieren?

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Viele Menschen leiden häufig unter Migräneanfällen. Doch was ist Migräne? Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Es handelt sich dabei um anfallsweise auftretende, starke Kopfschmerzen, die üblicherweise mit weiteren Symptomen einher gehen. Der Schmerz tritt meistens nur auf einer Kopfseite auf und wird als pulsierend, hämmernd oder stechend beschrieben. Bei körperlicher Anstrengung verschlimmert er sich. Ein Migräneanfall dauert zwischen einigen Stunden bis zu drei Tagen.

Symptome einer Migräneattacke

  • Das Hauptsymptom für Migräne sind wiederkehrende, starke Kopfschmerzen. Sie werden meist einseitig empfunden, wobei sich die Region von Patient zu Patient unterscheidet. Häufig befindet sich das Schmerzzentrum hinter der Stirn, an den Schläfen und hinter den Augen. Typisch für Migräne ist, dass der Schmerz langsam zunimmt. Er verschlimmert sich bei selbst einfacher körperlicher Betätigung, wie z. B. Treppensteigen.
  • Üblicherweise treten die Kopfschmerzen zusammen mit weiteren Beschwerden auf. Häufige Begleiterscheinungen sind Überempfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Gerüche, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
  • Migräneanfälle können im Vorfeld mit Sehstörungen, Halluzinationen, Sprachschwierigkeiten, Kribbeln in den Armen und Lähmungserscheinungen in den Gliedmaßen einhergehen. Diese neurologischen Störungen werden vom Arzt als „Aura“ bezeichnet. Migräne mit Aura ist seltener und tritt nur in etwa 10 bis 30 Prozent der Fälle auf.

Migräneerkrankungen bei Kindern haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Der typische Kopfschmerz ist hier oftmals nur gering ausgeprägt, dafür sind die Begleitsymptome stärker. Fast alle Kinder mit Migräne leiden unter Übelkeit und Brechreiz, oft auch unter Bauchschmerzen.

Migräne ist nicht heilbar, bessert sich aber mit zunehmendem Alter und verschwindet nach den Wechseljahren oft ganz. Die Anfälle sind mit geeigneten Maßnahmen in Dauer und Intensität reduzierbar.

Akuter Migräneanfall – Was Sie tun können

Bei einem akuten Migräneanfall hilft es, wenn Sie sich in einen ruhigen, abgedunkelten, Raum zurückziehen. Feuchte Tücher oder Kühlelemente auf der Stirn und Reizreduzierung von außerhalb durch Musik, Fernsehen oder Lärm helfen ebenfalls.

Bei leichteren Attacken helfen rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke, wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol. Nehmen Sie Schmerzmittel aber nicht an mehr als drei Tagen hintereinander oder insgesamt an zehn Tagen im Monat ein. Es besteht sonst das Risiko, abhängig zu werden oder medikamentenbedingte Kopfschmerzen zu entwickeln.

Bei stärkeren Migräneanfällen sind diese Arzneimittel oft zu schwach. Wenn Sie häufiger unter Migräne leiden, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt. Er kann Ihnen wirksamere Präparate verschreiben, die mitunter besser verträglich sind.

Wie Sie das Risiko eines Migräneanfalls reduzieren können

Bei vielen Menschen sind Migräneanfälle so stark oder so häufig, dass sie in ihrem Alltag stark eingeschränkt sind. Leistungsfähigkeit und Konzentration nehmen ab, und die Übelkeit zwingt viele Patienten zur Ruhe. Häufige Migräneattacken können Auswirkungen auf Familie und Beruf haben.

Ein Migräneanfall entsteht durch eine Störung im Schmerzzentrum unseres Gehirns, es reagiert überempfindlich auf äußere Reize. Folgende Auslöser kommen dafür in Frage:

  • wechselnder oder unregelmäßiger Schlafrhythmus
  • Unregelmäßiges Essen (Unterzuckerung)
  • Hormonschwankungen bei Frauen (Menstruation, Anti-Baby-Pille, Wechseljahre)
  • Nikotin – auch durch Passivrauchen
  • bestimmte Nahrungsmittel, häufig Schokolade, Rotwein und Zitrusfrüchte
  • bestimmte Medikamente, auch zu häufig eingenommene Arzneimittel, wie beispielsweise Kopfschmerztabletten
  • körperlicher Stress – Übermüdung, Erschöpfung, Reizüberflutung (Handy, Musik, Fernsehen)
  • seelischer Stress durch tiefe – oft negativ behaftete – Emotionen, wie Angst, Trauer, Sorgen, Leistungsdruck, Streit

Um Ihre persönlichen Migräne-Auslöser zu finden lohnt es sich, ein sogenanntes Migräne-Tagebuch zu führen. Schreiben Sie dazu jede Kopfschmerz-Attacke zusammen mit Art, Dauer und den dazugehörigen Lebensumständen auf. Wenn Sie Ihre eigenen Auslöser kennen, können Sie die Häufigkeit von Migräne-Attacken reduzieren.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Migräne

  • Sorgen Sie für einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus. Damit fällt es Ihnen zudem leichter, geregelte Essenszeiten einzuhalten, was zu große Schwankungen des Blutzuckerspiegels verhindert.
  • Trinken Sie ausreichend! Benutzen Sie große Gläser – dadurch trinken Sie automatisch mehr. Nehmen Sie sich vor, das Glas mehrmals täglich zu leeren.
  • Stellen Sie Klingeltöne von Telefonen und Haustürglocken leiser. Verzichten Sie auf laute Musik. Drehen Sie den Fernseher leiser oder lassen Sie ihn einfach mal aus.
  • Beobachten Sie, wieviel Zeit Sie – oder Ihre Kinder – vor dem Fernseher, am PC oder am Handy verbringen. Schränken Sie diese Zeit ein oder sorgen Sie für entsprechenden Ausgleich durch Bewegung, möglichst an der frischen Luft, und Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation.
  • Tragen Sie Sonnenbrillen mit hohem UV Schutz bei hellem Wetter, am besten aus dem Optik-Fachgeschäft.
  • Leichte Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren, Nordic Walking und Schwimmen wirken sich positiv aus.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung. Nikotin, Alkohol und falsche Lebensmittel sind körperliche Stressauslöser. Reduzieren Sie deren Genuss.
  • Suchen Sie sich ein Hobby, das Ihnen Spaß macht und bei Stress für Ablenkung und positive Energie sorgt.
  • Eine Reihe verhaltenstherapeutischer Verfahren sind ebenfalls wirksam. Dazu gehören Muskelentspannung, Biofeedback, kognitive Verhaltenstherapie und Stressmanagement
  • Wenn Ihr Kind häufiger unter Migräne leidet, prüfen Sie, ob es Probleme in der Schule oder mit Mitschülern hat, unter starkem Leistungsdruck steht oder einer häuslichen Situation leidet.

Wenn sich Ihre persönlichen Stress-Auslöser nicht reduzieren lassen oder nicht den gewünschten Erfolg bringen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er kann mit Ihnen die Vor- und Nachteile einer medikamentösen Migräne-Prophylaxe besprechen.

 

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