MicrobeDx Europe in Jena gegründet

Pünktlich zum Jahresstart kann Jena mit der ersten internationalen Firmengründung in 2017 aufwarten: Die MicrobeDx Europe GmbH wurde aus der Taufe gehoben.

MicrobeDx Inc., die US-Muttergesellschaft, hat ein schnelles und zuverlässiges Testverfahren entwickelt, das zur Diagnose bei Harnwegsinfektionen eingesetzt werden kann. Das Verfahren ermöglicht die schnelle Bestimmung von Bakterien und deren Aktivität und erfasst gleichzeitig deren Resistenz gegen gängige Antibiotika. Dieser exakte Schnell-Test soll übereilte und falsche Antibiotikatherapien bei Harnwegsinfekten verhindern.

Um das Verfahren in Europa in ein komplettes Lab-on-a-Chip-System – ein Labor im Kreditkartenformat – zu überführen, das künftig sogar die Heimnutzung für Patienten ermöglichen soll, hat sich das kalifornische Unternehmen mit „microfluidic ChipShop“ aus Jena zusammengetan: „Microfluidic ChipShop ist in der Lage, sowohl die Biochips und die passenden Betriebsgeräte zu entwickeln als auch unser Nachweisverfahren im Chip zu integrieren. Sie sind damit der ideale Partner, um unser Testverfahren als fertiges Produkt in Europa auf den Markt zu bringen“, erläutert MicrobeDx-Geschäftsführer Mazi Zarrehparvar.

___Biochip-Diagnostik im CD-Format

Eine Besonderheit des neuen Systems ist die Aufbereitung der Proben auf einem rotierenden Chip-Träger: „Gemeinsam mit MicrobeDx haben wir 2016 die Idee entwickelt, den Test auf ein CD-Format zu bringen und die zentrifugalen Kräfte bei der Drehung zum Transport der Flüssigkeiten zu nutzen“, erklärt Dr. Holger Becker, Forschungsleiter bei microfluidic ChipShop. Die so aufbereiteten Proben, können gezielt auf Erbinformationen der Bakterienstämme untersucht werden. Der Erreger wird so in 30-45 Minuten identifiziert und ein passendes Antibiotikum kann in weniger als drei Stunden empfohlen werden. Zum Vergleich: Derzeitige Standardverfahren bei Harnwegsinfekten benötigen bis zu 72 Stunden.

Begeistert zeigte sich die amerikanische Firma insbesondere von den perfekten Bedingungen für die Firmengründung in Jena. So fand Mazi Zarrehparvar mit microfluidic ChipShop nicht nur den passenden Entwicklungs- und Fertigungspartner, sondern mit dem InfectoGnostics Forschungscampus Jena auch ein Netzwerk, das bereits alle Verbindungen in relevante Klinikbereiche und zu anderen Technologie-Partnern bietet. Für Dr. Claudia Gärtner, Geschäftsführerin von microfluidic ChipShop, war es deshalb wichtig, gleich den Kontakt zum Forschungscampus herzustellen. Besonders bei der Validierung des neuen Verfahrens ist eine schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit mit Partnern aus Medizin, Forschung und Industrie entscheidend.

Ende 2017 will MicrobeDx Europe die ersten Systeme mit den Jenaer Partnern testen. Claudia Gärtner: „Statt Musik liefert eine CD dann diagnostische Grundlagen für die Entscheidungen einer personalisierten Antibiotikatherapie.“

___Kontakt:___________________

microfluidic ChipShop GmbH
Juliane Niebling
Tel: +49 3641 347052
E-Mail: Juliane.Niebling@microfluidic-ChipShop.com
http://www.microfluidic-ChipShop.com

MicrobeDx, Inc.
Mazi Zarrehparvar
E-Mail: mazi@microbedx.com
http://www.microbedx.com

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InfectoGnostics Forschungscampus Jena

Der InfectoGnostics Forschungscampus Jena beschreitet als öffentlich-private Partnerschaft neue Wege in der Diagnostik von Infektionen und Erregern, wie z. B. Viren, Bakterien und Pilzen. InfectoGnostics wird durch das BMBF im Rahmen der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ mit zusätzlicher Unterstützung durch das Land Thüringen gefördert. Etwa die Hälfte des benötigten Etats finanzieren die beteiligten Partner.

In seinem zentralen Campusprojekt erforscht InfectoGnostics zuverlässige, schnelle und nicht-invasive Methoden der Diagnostik von Erregern der Lungenentzündung und deren Resistenzen vor dem Hintergrund von Immunsuppression. Das rechtzeitige Erkennen von Infektionserregern und ihrer Resistenz ist Voraussetzung für eine wirksame Antibiotikatherapie.

Insgesamt sind im Forschungscampus über 30 Partner organisiert. Gemeinsam verfolgen sie eine langfristige Forschungs- und Entwicklungsstrategie

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