MHH setzt Qualitätsoffensive fort

Vor drei Jahren hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) die landesweite Initiative Qualitätsmedizin (IQM) mit begründet ­– nun sind die Qualitätsergebnisse aus dem Jahr 2010 abrufbar. Unter der Webadresse www.mh-hannover.de/iqm.html lässt sich ablesen, wie erfolgreich die Hochschule Patienten bei ausgewählten Krankheiten behandelt. Die Ergebnisse stammen aus der IQM-Datenauswertung von 132 Kliniken in Deutschland und der Schweiz, die der Initiative angehören. Die MHH ist die einzige Klinik in der Region Hannover, die sich an der Initiative beteiligt. „Die Universitätskliniken wollen als Keimzellen der Spitzenmedizin ihre Qualität natürlich kontinuierlich verbessern“, betont Dr. Andreas Tecklenburg, als Vizepräsident der MHH zuständig für das Ressort Krankenversorgung, „daher beteiligen wir uns auch zum Wohle unserer Patienten an dieser trägerübergreifenden Initiative. Wir sind Vorreiter bei der aktiven Qualitätsverbesserung.“ Die Qualitätsdaten der MHH werden dabei mit Durchschnittswerten aller IQM-Kliniken verglichen. Die Werte belegen, dass die MHH zu den führenden Kliniken in Deutschland zählt. „Die Zahlen zeigen unsere Stärken, helfen aber auch zu erkennen, was wir noch besser machen können“, erläutert Dr. Tecklenburg.

Insgesamt werden von der IQM 183 Qualitätskennzahlen für 48 Krankheitsbilder und Behandlungsverfahren erfasst. Neben der Anzahl der jeweils behandelten Patienten werden auch die bei der Therapie Verstorbenen aufgeführt. Ob beim Herzinfarkt, Schlaganfall oder Hirninfarkt – die MHH bleibt in den Kategorien unter dem Durchschnittswert aller IQM-Kliniken. „Das ist umso bemerkenswerter und zeigt unsere Qualität, da wir als universitäre Klinik die besonders schwer kranken Patienten überwiesen bekommen“, sagt Dr. Tecklenburg. Und genau da setzt auch ein Kritikpunkt der MHH an der Initiative an: Die Ergebnisse können ohne eignes Zutun schlechter aussehen, weil eine Klinik die kränkeren Patienten behandelt.

Die trägerübergreifende Initiative Qualitätsmedizin mit Sitz in Berlin ist offen für alle Krankenhäuser aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Vorhandenes Verbesserungspotenzial in der Medizin sichtbar zu machen und zum Wohle der Patienten durch aktives Fehlermanagement zu heben, ist das Ziel von IQM. Dafür stellt IQM den medizinischen Fachexperten aus den teilnehmenden Krankenhäusern innovative und anwenderfreundliche Instrumente zur Verfügung. Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse und die Durchführung von so genannten Peer Review-Verfahren. In derzeit 132 Krankenhäusern aus Deutschland und der Schweiz versorgen die IQM-Mitglieder jährlich rund 2,25 Millionen Patienten stationär. In Deutschland liegt ihr Anteil an der stationären Versorgung bei mehr als elf Prozent.

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