MHH-Klinik für Nuklearmedizin: Neue Funktionsbereiche für molekulare Bildgebung und Behandlung

Am 6. Februar 2013 eröffnete die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) das neue PET-Zentrum (Positronen-Emissions-Tomographie) und die renovierte Therapiestation der Klinik für Nuklearmedizin. Im PET-Zentrum steht ein Hochleistungs-PET/CT – das Modernste seiner Art in Niedersachsen – bereit, um den Betrieb aufzunehmen. Auch die neue Therapiestation ist gerüstet, um in der Umbauphase entstandene Versorgungsengpässe in der gezielten Behandlung von Schilddrüsen-Erkrankungen abzubauen. Das Land Niedersachsen finanzierte den Umbau mit insgesamt 6,9 Millionen Euro. Allein 2,4 Millionen Euro kostete das PET/CT-Großgerät. „Medizinische Großgeräte dieser finanziellen Dimension können sich Universitätsklinika aus ihren Budgets nicht mehr leisten. Dafür brauchen wir dringend eine zukunftsfähige Bund-Länder-Finanzierung“, sagte MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann in seiner Grußrede.

In einer vom staatlichen Baumanagement Hannover geführten Baumaßnahme sind auf 1100 Quadratmetern zwei Funktionseinheiten entstanden: Das PET-Zentrum umfasst komfortable Warte-, Vorbereitungs-, Untersuchungs- und Auswertungsräume. Es wurde so konzipiert, dass eine spätere Erweiterung auf bis zu drei Großgeräte möglich ist. Die Therapiestation ist mit zehn Zimmern für den Aufenthalt von bis zu zwölf Patienten zur Behandlung mit Radiopharmaka ausgestattet. Neben verschiedenen Funktionsräumen ist auch ein hochtechnisierter Entsorgungsbereich angeschlossen. Beide neuen Bereiche können bei der Eröffnung besichtigt werden. Der Betrieb soll danach aufgenommen werden, sobald die beantragten Genehmigungen der Aufsichtsbehörde vorliegen.

Die Molekulare Bildgebung und die Therapie mit Radiopharmazeutika sind wesentliche Elemente der modernen Spitzenmedizin in einer Klinik der Maximalversorgung. Die MHH hat seit ihrer Gründung Pionierleistungen in der klinischen Etablierung der Positronen-Emissions-Tomographie und der nuklearmedizinischen Therapie erbracht. „Wir freuen uns jetzt, diese Arbeit in den beiden neuen Funktionsbereichen, auf neuestem Stand der Technik, fortzusetzen und auszubauen“, betont Professor Dr. Frank Bengel, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin. Mit der PET können Krankheitszustände frühzeitig erkannt und die gezielte Behandlung verbessert werden. Bei Krebspatienten kann man zum Beispiel erkennen, ob eine Chemotherapie Wirkung zeigt oder nicht, bei Herzpatienten, ob eine Katheteruntersuchung oder Bypass-Operation nötig ist. Demenzerkrankungen wie Alzheimer können erkannt werden, bevor sie klinisch auffällig werden. Mit der Radionuklid-Therapie können Schilddrüsenerkrankungen und einige Tumorerkrankungen gezielt und schonend behandelt werden.

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