MHH ehrt 132 Doktoranden

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) begeht zum 24. Mal ihre Promotionsfeier und lädt dazu Preisträger und Nominierte, Verwandte, Bekannte und Freunde am heutigen Freitag, 4. Mai 2012, ab 15.15 Uhr in den Hörsaal F, Gebäude J1 der MHH ein. MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann wird die Urkunden für die erfolgreich beendeten Doktorarbeiten 101 jungen Ärztinnen und Ärzten, 13 Zahnmedizinerinnen und Zahnmedizinern sowie acht Humanbiologen und sechs Doktoren der Naturwissenschaften überreichen. Sechs von ihnen haben ihre Promotion „mit Auszeichnung“ abgeschlossen. Die Promotionspreise überreichen Professor Dr. Christopher Baum, MHH-Forschungsdekan, und Professor Dr. Hartmut Küppers, Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e.V., an Dr. Christian Widera (31), Assistenzarzt in der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie, und an Dr. Benjamin Seebohm (32), Assistenzarzt in der Kardiologie des Klinikums Robert Koch in Gehrden. Die beiden Auszeichnungen sind mit je 2.500 Euro dotiert.

Die Promotionspreise

GDF-15 sorgt für höhere Überlebenschance nach Herzinfarkt
Nach einem Herzinfarkt kommt es im Herzmuskel zu einer Entzündungsreaktion, die die Reparatur des Infarktareals in Gang setzt. Sie muss streng kontrolliert werden, denn eine überschießende Entzündung führt zur Instabilität des Infarktareals mit einem erhöhten Risiko tödlicher Einrisse der Herzwand. In seiner Doktorarbeit fand Christian Widera heraus, dass der Eiweißstoff Growth-Differentation Factor-15 (GDF-15) eine entscheidende Rolle bei der Regulation der Entzündungsreaktion spielt. Nach einem Infarkt wird GDF-15 im Herzen von Menschen und Mäusen produziert. Mäuse, die kein GDF-15 bilden können, weisen eine verstärkte Entzündungsreaktion und eine höhere Rate an tödlichen Einrissen der Herzwand auf. Christian Widera konnte zeigen, dass GDF-15 direkt an die weißen Blutkörperchen andockt und deren Einwanderung ins Infarktareal hemmt. Dies ist ein völlig neuer entzündungshemmender Mechanismus, der auch bei anderen Entzündungsreaktionen eine Rolle spielen dürfte.

Unordnung schwächt Herzmuskel
Die Doktorarbeit von Benjamin Seebohm dreht sich um die häufigste vererbbare Krankheit des Herzmuskels, die familiäre hypertrophe Kardiomyopathie. Dr. Seebohm untersuchte, wie die Muskelfasern bei dieser Erkrankung funktionieren. Anhand von Muskelproben von Patienten konnte er sehen, dass manche Myosinmoleküle aufgrund von Mutationen steifer und dadurch wesentlich stärker waren. Da nicht alle Myosinmoleküle diese Stärke aufweisen, ist bei dieser Krankheit die normale Herztätigkeit beeinträchtigt: Die gleichzeitige Aktivität von kräftigeren und schwächeren Molekülen führt zu Ungleichgewichten, Verzerrungen und Unordnung in und zwischen den Herzmuskelzellen, sodass der Herzmuskel insgesamt geschwächt ist. Es kann auch zu Rhythmusstörungen mit plötzlichem Herztod kommen, wovon vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betroffen sind.

Fotos der Preisträger können Sie unter anfordern.

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