MHH ehrt 127 Doktoranden

In der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erhielten am Freitag 80 Doktorandinnen und 47 Doktoranden ihre Promotionsurkunden. Unter ihnen waren 50 Medizinerinnen und 32 Mediziner, sechs Zahnmedizinerinnen und zwei Zahnmediziner, 13 Doktorinnen und elf Doktoren der Naturwissenschaften, sieben Humanbiologinnen und einem Humanbiologen sowie vier Doktorandinnen und ein Doktorand der Bevölkerungsmedizin. 14 von ihnen haben „mit Auszeichnung“ abgeschlossen.

Dr. rer. nat. Christa Litschko vom Institut für Klinische Biochemie und Dr. med. Marc Lindenberg vom TWINCORE / Institut für Infektionsimmunologie erhielten je einen von der Gesellschaft der Freunde der MHH e.V. (GdF) gestifteten mit 2.500 Euro dotierten Promotionspreis. MHH-Forschungsdekanin Professorin Dr. Denise Hilfiker-Kleiner überreichte die Auszeichnungen gemeinsam mit Hardy Freitag, GdF.
Viele krankheitserregende Bakterien – zum Beispiel solche, die Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung auslösen – sind mit einer schützenden Kapsel umhüllt, für deren Bildung sogenannte Kapselpolymerasen unentbehrlich sind. Christa Litschko hat in ihrer Doktorarbeit unter anderem eine bisher unbekannte Familie dieser Kapselpolymerasen entdeckt und detailliert charakterisiert. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für den Aufbau von Verfahren zur Herstellung von effizienten Impfstoffen gegen verschiedene Erreger. „Bei der industriellen Fabrikation dieser sogenannten Glykokonjugat-Impfstoffe ist es schwierig, die Kapselbestandteile im großtechnischen Maßstab zu gewinnen. Denn das ist mit einer hohen Biogefährdung und damit einhergehenden Kosten verbunden. Es begrenzt die Produktion in oft besonders betroffenen Entwicklungsländern und limitiert den Zugang zu Impfstoffen“, sagt Dr. Litschko. Ihre Arbeit zur Herstellung dieser Impfstoffe kann Kosten reduzieren und Impfstoffe breiter verfügbar machen.

Marc Lindenberg untersuchte den Einfluss regulatorischer T-Zellen (Tregs) auf natürliche Killerzellen bei Zytomegalievirus-Infektionen. Tregs regulieren Immunantworten und reduzieren den körpereigenen Schaden, den das Immunsystem verursachen kann. Sie werden als mögliche therapeutische Maßnahme zum Schutz von Transplantaten angesehen, die regelmäßig vom Immunsystem abgestoßen werden. Eine solche Immunsuppression könnte Krankheitserregern jedoch ermöglichen, eine Infektion zu etablieren. Zu diesen Erregern zählt das Zytomegalievirus, das unter anderem unter Immunsuppression in einen tödlichen Infektionsverlauf übergehen kann. Für deren Abwehr sind natürliche Killerzellen unabdingbar, die infizierte Zellen frühzeitig erkennen und ausschalten können. Marc Lindenberg hat gezielt Tregs aus genetisch modifizierten Mäusen entfernt und den Einfluss auf die natürlichen Killerzellen untersucht: In nicht-infizierten Mäusen steigen Zellaktivität und -frequenz der natürlichen Killerzellen in Abwesenheit von Tregs. Nach Infektion mit dem Zytomegalievirus scheinen natürliche Killerzellen aber so stark aktiviert zu werden, dass die Suppression durch Tregs an Einfluss verliert.

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