Mentoring-Programme für Forscherinnen: Best-Practice-Studie identifiziert die Erfolgsgaranten

„Frauen mit Kindern beenden ihre Karriere sehr oft, weil ihnen die Unterstützung am Arbeitsplatz fehlt“, sagt Dr. Dagmar Höppel, Projektleiterin von „Aufwind mit Mentoring“. Dr. Höppel: „Es wird im-mer noch viel zu oft erwartet, dass der wissenschaftliche Nachwuchs beinahe rund um die Uhr forscht.“ Wenig förderlich für die Karriere ist auch, dass Frauen noch häufiger als ihre männlichen Kol-legen befristete Arbeitsverträge haben.
Zwei Zahlen veranschaulichen die Misere: Unter den Doktoranden in Baden-Württemberg sind 44 Prozent weiblich. Aber mit der Doktorwürde endet für viele hochbegabte Frauen offenbar die Karriere. Denn nur 18 Prozent aller Lehrstühle im Land sind mit Professorinnen besetzt.

Tagung präsentiert Best Practice-Beispiele
Abhilfe sollen Mentoring-Programme für Studentinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen schaffen. Sie gibt es derzeit an 117 deutschen Hochschulen, allerdings fast alle in Westdeutschland. Das La-KoG-Projekt „Aufwind mit Mentoring“ hat neun davon unter die Lupe genommen, darunter auch vier Programme an Elitehochschulen und MentHo, das Mentoring-Programm der Universität Hohenheim.
Als Mentorinnen und Mentoren stehen den Mentees dabei Partnerinnen aus der Wissenschaft und Wirtschaft zur Seite. Die Programme bieten den Mentees zudem Seminare, Vorträge und Workshops an, die Zusatzqualifikationen vermitteln. Auch Best Practices der neun Programme wurden auf der Fachtagung identifiziert und vorgestellt.

MentHo als einziges deutsches Mentoring-Programm mit Zertifikaten
MentHo fördert den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs schon ab dem Grundstudium. Für die Teilnahme gibt es ein Zertifikat. Der nationale Vergleich der LaKoG-Studie zeigt: Die Zertifikate unter-scheiden MentHo von allen anderen Nachwuchsförderprogrammen für Frauen.

Im Idealfall entsteht zwischen Mentee und Mentorin eine Freundschaft
Erfolgreich kann ein Mentoring-Programm aber nur sein, wenn sich Mentee und Mentorin gut verste-hen. „Es darf keine Hierarchie geben und die Beiden müssen sich gegenseitig vertrauen“, so Dr. Höp-pel. „Im Idealfall entsteht daraus eine lebenslange Freundschaft.“ Räumliche Trennung ist dabei nur selten ein Problem. „Viele Paare treffen sich regelmäßig auf Tagungen und telefonieren ansonsten.“
Die Studie „Aufwind mit Mentoring“ hat aber auch gezeigt, dass Mentoring-Programme nur dann er-folgreich sind, wenn sich beide Seiten vorher auf konkrete Ziele verständigen: „Die beiden Partnerin-nen müssen die Karriere zielgerichtet planen und ihre Ziele immer wieder hinterfragen oder neu aus-richten. Am besten ist die Orientierung an einem Aufgabenkatalog, den man abhaken kann.“
Text: Weik / Klebs

Kontakt für Medien:
Dr. Dagmar Höppel, Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs, Tel.: 0711/685 82003, www.aufwind-mit-mentoring.de, E-Mail: hoeppel@lakog.uni-stuttgart.de

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