Menschenrechte in der Pflege verbindlich regeln

Die Resolution im Wortlaut:

Pflegebedürftige Menschen befinden sich in einer besonders vulnerablen Lebenssituation. Aufgrund ihres körperlichen, geistigen und psychischen Befindens können sie ggf. ihre Rechte, Bedürfnisse und Wünsche nicht (mehr) selbst äußern und durchsetzen. Das gilt gegenüber den Menschen, die sie betreuen, und insbesondere gegenüber der Öffentlichkeit und den Medien.

Deshalb bedürfen sie besonderer Aufmerksamkeit und Fürsorge durch die Akteure, die für kranke, behinderte, alte und sterbende Menschen und ihre Angehörigen tätig sind , durch die verschiedenen Berufsverbände sowie durch den Staat. In besonderer Weise schutzbedürftig sind zudem Personen, die sich verbal nicht (mehr) mitteilen können, wie etwa Menschen im fortgeschrittenen Stadium einer Demenz.

In der Verantwortung für den gesellschaftlichen Umgang mit pflegebedürftigen und pflegenden Menschen verabschieden wir folgende Grundsätze:

– Die Menschenrechte müssen als verbindliche Handlungsdimension in den Pflegeberufen etabliert werden.

– Die „Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen“ muss über ihren Impulscharakter hinaus mehr Verbindlichkeit bekommen.

– Das Thema Menschenrechte ist in den allgemeinen Lehrplan der verschiedenen Pflegeausbildungen zu implementieren.

– Die Perspektive ist mit Blick auf pflegebedürftige Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftige mit Zuwanderungsgeschichte (kultursensible Pflege) zu erweitern.

Deshalb fordern wir entsprechende strukturelle Veränderungen wie bessere Bezahlung und einen höheren Personalschlüssel. Erst dann können Pflegende eine angemessene patienten- und patientinnenzentrierte Pflege und eine für sie selbst zufriedenstellende Arbeit leisten.

Wir rufen die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, Pflegeverbänden und Ausbildungseinrichtungen auf, sich aktiv für die Umsetzung dieser Grundsätze und Forderungen einzusetzen.

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