Mehr Praxis für Medizinernachwuchs

Patienten reanimieren, Maßnahmen zur Atemwegssicherung einleiten oder eine Thoraxdrainage anlegen. Es sind die komplexen Abläufe mit hohem Stresspotential, die den Studierenden im Praktischen Jahr (PJ) alles abverlangen. Und genau da setzt der einwöchige „MINERVA-Kurs“ (MINERVA steht für Mainzer Initiative für eine novellierte, exzellente und richtungsweisende versatile Ausbildung) an, der derzeit erstmals an der Universitätsmedizin Mainz stattfindet. Im Kern geht es darum, den Medizinernachwuchs fit für den Klinikalltag zu machen. Die angehenden Ärzte sollen dabei nicht nur sicherer in Fragen der notfallmedizinischen Grundversorgung werden sondern auch bei Routinetätigkeiten am Krankenbett.

„Mit dem MINERVA-Projekt stellen wir die Weichen für noch mehr Praxisbezug im PJ“, sagt der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban. „Die MINERVA-Woche wird sich auszahlen, geht es uns doch vor allem darum, unsere PJ-Studierenden optimal auf Stresssituationen im Klinikalltag im Speziellen und die ärztliche Routine im Allgemeinen vorzubereiten“, ist Professor Urban überzeugt.

24 von 48 Studierenden, die ihr PJ in einer der Kliniken der Universitätsmedizin Mainz absolvieren, nehmen gegenwärtig am interdisziplinären MINERVA-Kurs teil. Die andere Hälfte durchläuft die Projektwoche Mitte Dezember 2010. Zentrales Element des Kurses ist ein intensives Training am hiesigen Simulationszentrum der Klinik für Anästhesiologie. Dabei geht es darum, Sicherheit in Fragen notfallmedizinischer Grundversorgung und grundlegenden Routinetätigkeiten am Krankenbett zu vermitteln. Den PJ-Studierenden bietet sich die Chance, im Team unter realitätsnahen Stressbedingungen zu agieren. Über das Skilltraining an Modellen und Simulatoren hinaus, dienen Workshops dazu, Hintergrundwissen aufzufrischen.

„MINERVA verhilft den angehenden Ärzten zu mehr Sicherheit in der Bewältigung von Notfallsituationen. Doch damit nicht genug: Auch in Punkto Patientensicherheit bedeutet das Programm einen Meilenstein“, so der Direktor der Klinik für Anästhesiologie an der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Christian Werner. Mitarbeiter aus der Klinik für Anästhesiologie hatten das Konzept zu MINERVA erarbeitet. Dabei handelt es sich um junge Ärzte, die selbst vor Kurzem in ihrem eigenen PJ ein Defizit an Praxisbezug beklagt haben. Das theorielastige Studium habe wertvolle praktische Fertigkeiten in nur unzureichender Weise vermittelt, lautete ein wesentlicher Kritikpunkt. Für das MINERVA-Projekt hatte die Gruppe um Professor Werner sogar einen Förderpreis beim Exzellenzwettbewerb „Studium und Lehre 2009“ des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums gewonnen. Mit der Fördersumme von 50000 Euro erfolgte jetzt die Umsetzung des Kursangebots.

Nach Ansicht von Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban hat das neu installierte Programm noch einen weiteren, ganz zentralen Begleiteffekt: „MINERVA ebnet den Weg für die Universitätsmedizin zu erstklassigem Nachwuchs aus den eigenen Reihen.“ Somit diene MINERVA auch dazu, Exzellenz zu fördern.

Weitere Informationen
Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne Pressebilder zum erfolgreichen Start der MINERVA-Woche zu.

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Christian Werner
Direktor der Klinik für Anästhesiologie
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Telefon 06131 17-7117, Fax 06131 176649,
E-Mail: wernerc@uni-mainz.de
Internet: http://www.unimedizin-mainz.de/anaesthesiologie

Ulf Arnold-Fabian
Stv. Geschäftsführer Ressort Forschung und Lehre
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Telefon 06131 17-9798, Fax 06131 17-9715,
E-Mail: arnold-fabian@um-mainz.de
Internet: www.um-mainz.de

Pressekontakt
Tanja Rolletter, Stabstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung – die Apotheke und die Transfusionszentrale – gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter <www.unimedizin-mainz.de>
(idw, 08/2010)

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