Mehr elterliche Fürsorge, weniger Kosten|Studie zu finanziellen Folgen der Eltern-Kind-Bindung veröffentlicht

Gemeinsam mit Kolleg*innen der London School of Economics und des Institute of
Psychiatry, Psychology & Neuroscience, London hat der Ulmer Kinder- und Jugendpsychiater herausgefunden, dass eine sichere Bindung zwischen Kindern und
Eltern mit signifikant geringeren gesamtgesellschaftlichen Kosten – wie schulische
Fördermaßnahmen, außerhäuslicher Unterbringung oder Krankenhausaufenthalten –
verbunden ist. Die elterliche Fürsorge im Kindesalter wirkt sich positiv auf die soziale
Entwicklung der Kinder aus und führt zu geringeren Kosten für das Gesundheitswesen.
Noch ausgeprägter als bei der Mutter ist der Effekt bei der Bindung an den Vater und
bleibt auch nach der Kontrolle von Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter oder
sozioökonomischem Status bestehen.
Die Ergebnisse der Studie sind auch im Hinblick auf die Frage der Frühbetreuung von
Kindern und der dafür erforderlichen Personalschlüssel in Kindergärten und
Kinderkrippen interessant. „Aus unserer Sicht liefern die Ergebnisse der Studie ein
Argument für die Förderung guter Bindungsqualität bereits im Baby- und Kleinkindalter,
da in diesem Alter die Grundlagen für das zukünftige Bindungsverhalten gelegt werden“,
sagt Professor Dr. Dr. Christian Bachmann.

An der Untersuchung auf Basis zweier hochwertig randomisierter und kontrollierter
Langzeitstudien beteiligten sich 174 Familien aus Großbritannien mit Kindern im Alter
von neun bis 17 Jahren.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Professor Dr. Dr. Christian Bachmann
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie
E-Mail: christian.bachmann@uniklinik-ulm.de

Originalpublikation:
doi:10.1111/

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