Mehr als 4.000 Hexenprozesse in MV – Einladung zum Vortrag (Greifswald)

„Hexerei gibt es nicht“?! Dennoch wurden im protestantischen Mecklenburg-Vorpommern mehr als 4.000 Hexenprozesse geführt und die Hälfte der Angeklagten hingerichtet, zumeist verbrannt.

Seit Jahrtausenden wird einzelnen Menschen nachgesagt, ohne natürliche Hilfsmittel schädliche Wirkung hervorrufen zu können, zu hexen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Historikern, Juristen, Theologen, Psychologen, Soziologen, Ethnologen, Volkskundlern, Medizinern und anderen haben in den letzten Jahren zu einer Änderung des bis in unsere Zeit durch Ideologie und Volksglaube verfälschten Geschichtsbildes geführt. Gerne wird heute „die Hexe“ auch als Symbol der Emanzipation und der Rolle der Frauen in der Gesellschaft missbraucht, wobei hier weiße Magie und weniger die ursprünglichen Fähigkeiten der Hexe als Argument herhalten müssen.

Das Bild der Hexe bedarf einer Revision, ebenso die Häufigkeiten der Verfolgung und dahinter stehende Ideologien.

Hexenverbrennung in Mecklenburg-Vorpommern
Dienstag, 18. September 2012, um 16.00 Uhr

Prof. Eckhard Petri, Universitätsmedizin Greifswald
Hörsaal Nord, Neubau Sauerbruchstraße Greifswald

Eckhard Petri (*1949), Promotion 1974, Habilitation 1985, apl. Professur 1992, ist nach 25 Jahren als Chefarzt von großen Lehrkrankenhäusern für Frauenheilkunde (zuletzt 19 Jahre in Schwerin) Leiter der Abteilung Urogynäkologie in der Universitäts-Frauenklinik in Greifswald. Neben der Leitung einer großen Klinik, des Brustzentrums, des Tumorzentrums und der Gründung einer interdisziplinären Palliativstation besteht seit Jahren ein wissenschaftliches Interesse an der Rolle von Ärzten bei historischen Abläufen der Weltgeschichte. Neben mehr als 200 wissenschaftlichen medizinischen Publikationen, Lehrbüchern und Spezialwerken in mehreren Sprachen, Tätigkeit als Generalsekretär und Präsident der Weltgesellschaft für Urogynäkologie, einer Professur an der Karls-Universität in Prag, Redaktionsmitgliedschaften in nationalen und internationalen Fachzeitschriften, wurden in den letzten Jahren erste Ergebnisse zur Rolle der Ärzte und Hebammen und allgemeine Betrachtungen zur Hexenverfolgung vorgetragen und publiziert.

Das Programm der aktuellen Veranstaltungsreihe ist im Internet abrufbar:

Ansprechpartner Universitätsmedizin Greifswald
Patienteninformationszentrum (PIZ)
Kontakt: Ute Stutz
Ferdinand-Sauerbruch-Straße 1, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-53 63
E piz@uni-greifswald.de

(PIZ)

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