Medizintechnik startet stark

Darmstadt / Frankfurt a.M., 22. Oktober 2018. Die Kooperation der TU Darmstadt und der Goethe-Universität Frankfurt eröffnet Studierenden des neuen B.Sc. Medizintechnik die in Hessen einmalige Chance, von den Kom-petenzen und dem Wissen einer Universitätsmedizin und einer Techni-schen Universität gleichermaßen zu profitieren und einen von beiden Universitäten gemeinsam getragenen Abschluss zu erlangen. Die Be-werberzahlen, welche die Erwartungen im Vorfeld weit übertroffen ha-ben, unterstreichen, dass der Studiengang im Trend liegt: Die neue Studierenden-Generation legt Wert auf interdisziplinäre Lehre, die Antworten auf gesellschaftliche Fragestellungen von morgen anbietet.

Um dem interdisziplinären Anspruch der Medizintechnik gerecht zu werden, vermitteln etwa achtzig Prozent der Lehrveranstaltungen in-genieurwissenschaftliche Kernkompetenzen; etwa zwanzig Prozent legen die naturwissenschaftlich-medizinischen Grundlagen. Bereits im ersten Semester werden die Studierenden in beide Disziplinen einge-führt. Während in den Ingenieurwissenschaften Mathematik, Physik und elektrotechnische Grundlagen auf dem Stundenplan stehen, geht es in der Medizin um die naturwissenschaftlichen Grundlagen, den Aufbau des menschlichen Körpers und seine Funktionen. Von Anfang an wird ein enger Bezug der Medizintechnik zu klinischen Fragestel-lungen hergestellt. Durch Praktika und Übungen werden die in den Vorlesungen vermittelten Theorien von Beginn an erlebbar.

Dass etwa zwei Fünftel der erstmals Eingeschriebenen weiblich sind, betrachtet die TU Darmstadt als enormen Erfolg, zumal noch immer Frauen in MINT-Fächern bundesweit insgesamt in der Minderheit sind. „Studien zeigen, dass sich mehr Frauen für Ingenieurwissenschaften interessieren, wenn diese interdisziplinär ausgerichtet sind bezie-hungsweise gesellschaftspolitische Fragen umfassen. Der Studiengang der Medizintechnik zeichnet sich genau dadurch aus. So konnte der Fachbereich die Zielsetzung der TU Darmstadt unterstützen, Frauen für MINT-Fächer zu gewinnen“, sagt Professor Andy Schürr, Studiendekan des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik.

Natürlich bedeutet die hohe Erstsemesterzahl gerade für eine medizi-nisch anspruchsvolle Lehre eine besondere zeit- und ressourceninten-sive Belastung. „Aber die Zusammenarbeit der TU Darmstadt und Goe-the-Universität Frankfurt eröffnet auch eine ganz neue Dimension für den Standort Hessen, nicht nur für die Lehre“, sagt Professor Robert Sader, Studiendekan des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität. „Beide Universitäten gehören deutschlandweit in ihrem Bereich zu den Spitzenuniversitäten und durch die Kombination beider Kompetenzen entsteht ein deutlicher Mehrwert und ein Multiplikations-effekt, der auch die medizintechnische Forschung am Standort Hessen nachhaltig fördern wird.“

Ein sich an den Bachelor anschließender Masterstudiengang Medizin-technik soll zum Wintersemester 2021/2022 eingeführt werden, recht-zeitig für die ersten Bachelorabsolventinnen und -absolventen.

Weitere Informationen: Interview mit TU-Präsident Professor Hans Jürgen Prömel und Professorin Jutta Hanson unter https://bit.ly/2yV5JyH

Über die RMU:
Die Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Technische Universität Darmstadt bilden als renommierte Forschungsuniversitäten die RHEIN-MAIN-UNIVERSITÄTEN. Sie entwickeln ihre Partnerschaft seit über zehn Jahren und haben sie mit Abschluss einer Rahmenvereinbarung in 2015 zur strategischen Allianz ausgebaut.

Die drei Universitäten liegen in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main in großer räumlicher Nähe und bieten ein breites Fächerspektrum von der Medizin und den Naturwissenschaften über die Geistes- und Sozialwissenschaften bis hin zu den Ingenieurwissenschaften. Mit über 100.000 Studierenden und 1.440 Professuren kooperieren sie eng in Forschung, Studium und Lehre, der Förderung von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie dem Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft.

Gemeinsam steigern die Universitäten mit der strategischen Allianz ihre wissenschaftliche Leistungsfähigkeit. Dazu nutzen sie ihre Komplementarität und bilden starke Forschungsverbünde. Sie verbessern gemeinsam ihre Studienangebote und stärken Wissenstransfer und Vernetzung mit der Gesellschaft. So gestalten sie Rhein-Main als integrierte Wissenschaftsregion – global sichtbar und international attraktiv.

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