Medizinische Ursachen für trockene Lippen

Bei trockenen Lippen schiebt man die Ursache meist auf das Wetter: Zu viel Sonne trocknet die empfindliche Lippenhaut aus, genau wie Winter- und Heizungsluft. Dass trockene Lippen aber auch ganz andere Gründe haben können, wissen die wenigsten.

Wir haben die häufigsten Ursachen neben den Witterungsbedingungen für Sie zusammengefasst und geben Ihnen Tipps, was Sie im jeweiligen Fall tun können.

 

Ursache: Flüssigkeitsmangel

Die häufigste Ursache für trockene und rissige Lippen ist die wohl auch am häufigsten vernachlässigte: die Flüssigkeitsaufnahme. Trinkt ein Mensch über einen langen Zeitraum wesentlich weniger als die empfohlene Tagesmenge von zwei bis drei Litern, sinkt auch der Gesamtflüssigkeitsgehalt, der für die Aufrechterhaltung der alltäglichen Stoffwechselvorgänge zuständig ist. Der Speichel wird zwar noch produziert, büßt aber an seinen flüssigen Eigenschaften ein. Dadurch kann auch der Mund-Rachen-Raum nicht mehr so feucht gehalten werden, trockene und spröde Lippen sind die Folge. Was hierbei hilft, liegt auf der Hand: mehr trinken – auch, um andere Folgen des Flüssigkeitsmangels wie Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten zu vermeiden.

 

Ursache: psychische Probleme

Auch psychische Ursachen spielen bei trockenen Lippen häufig eine Rolle. Grund hierfür ist das Einspringen des sympathischen Nervensystems bei Stress und psychischen Belastungen. Dieses sorgt dafür, dass der Körper in einen Notzustand versetzt wird, welcher auch die Speichelproduktion vermindert. Die Ursache hierfür liegt noch in den Anfängen der Menschheit: Stress war hier gleichbedeutend mit Gefahr und Flucht, mit einer baldigen Nahrungsaufnahme war in einer solchen Situation nicht zu rechnen. Darum drosselt der Körper alle „unwichtigen“ Funktionen, um die Konzentration zu steigern. Langfristige Abhilfe können hier Sport und Entspannungsübungen schaffen.

 

Ursache: Infektion

Viele Infektionen können ebenfalls zu trockenen Lippen führen, insbesondere wenn die Wangenschleimheut betroffen ist. Dies ist häufig bei viralen Infekten der Fall, aber auch eine Pilzinfektion kann Lippen und Wangenschleimhaut angreifen. Bei einer Erkältung hilft hier meist schon das Auftragen eines Pflegestifts (Infos unter www.labello.de); sobald die Erkältungssymptome abklingen, wird auch die Lippenhaut wieder geschmeidiger. In schlimmeren Fällen, zum Beispiel bei einem Hefepilzbefall, werden vom Arzt spezielle Antipilzmittel, sogenannte Antimykotika, verschrieben. Diese gibt es in Form von Lutschtabletten, Salben oder Suspensionen. Wichtig ist hier vor allem auch eine ausreichende Mundhygiene.

 

Ursache: Allergie

Zudem wirken sich auch Allergien bei einigen Patienten auf die Lippen aus. Vor allem bei einer Pollenallergie kann es durch die Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel zu einer allergischen Reaktion der Mundschleimhaut kommen – zusammengefasst werden die Symptome unter dem Begriff orales Allergiesyndrom. Ursache ist die ähnliche Oberflächenstruktur von Pollen und bestimmten Nahrungsmitteln. Hierdurch kommt es im Körper zu einer Kreuzreaktion – bei einer Birkenpollen-Allergie gibt es zum Beispiel häufig Probleme mit Haselnüssen, Äpfeln, Bananen, Hülsenfrüchten und bestimmten Kräutern. Hier bleibt dem Betroffen zunächst nur die Meidung des entsprechenden Allergens übrig; eine meist langwierige Hyposensibilisierung kann zu einer Gesamtverbesserung der Beschwerden führen.

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