Medizinhistoriker Professor Steger berät Stasiunterlagen-Behörde

Prof. Dr. Florian Steger, Direktor des halleschen Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin, ist neues Mitglied für Sachsen-Anhalt im Beirat bei dem Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU). Er wurde mit großer Mehrheit durch den Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt und hat nun durch die Staatsministerin der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, sein Ernennungsschreiben erhalten. Als eines von derzeit 16 Beiratsmitgliedern wird Professor Steger in den nächsten fünf Jahren den Bundesbeauftragten für Stasiunterlagen beraten.

Professor Steger wurde 1974 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Nach Abitur am Benediktinergymnasium Ettal, dem Studium von Medizin und Geschichte (1994-2003) wurde er 2002 mit einer Arbeit über „Asklepiosmedizin. Medizinischer Alltag in der römischen Kaiserzeit“ an der Ruhr-Universität Bochum zum Dr. phil. promoviert. Über die Geschichte und Ethik der Psychiatrie und Psychotherapie im 20. und 21. Jahrhundert habilitierte sich der Medizinhistoriker und Medizinethiker im Jahr 2008 an der Universität Erlangen-Nürnberg. Ein Jahr später wurde er in die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina berufen. Er absolvierte mehrere Forschungsaufenthalte im Ausland und ist als Gutachter für zahlreiche wissenschaftliche Zeitschriften und Institutionen tätig. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit historischen und ethischen Fragestellungen, welche die Medizin von ihren Anfängen bis heute in den Blick nehmen. Seit Mai 2011 ist er Universitätsprofessor und Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin.

Im vergangenen Jahr hatte er die Publikation „Disziplinierung durch Medizin – Die geschlossene Venerologische Station in der Poliklinik Mitte in Halle (Saale) 1961-1982“ mit Unterstützung der Landesbeauftragten von Sachsen-Anhalt für die Stasiunterlagen veröffentlicht und mit der Aufarbeitung dieses historischen Themas bundesweit für Aufsehen gesorgt

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