Medizin- und Hygienetextilien für Gesundheit & Wohlbefinden

Nürnberg/Fürth 23. Februar 2016 Die Gesundheit stellt für die Mehrheit der Deutschen den Kern der Lebensqualität dar, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt. Gesundheit bezieht sich heute nicht mehr nur auf die Therapie und Heilung von Krankheiten, sondern umfasst auch Prävention, Sportivity und Wohlbefinden. Hier bieten sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten für funktionelle und technische Textilien. Hygienetextilien stellen einen Volumenmarkt dar, während es sich bei Medizintextilien um einen Nischenmarkt mit besonderen Anforderungen hinsichtlich Zulassung und Vertrieb handelt. Beide Bereiche sind derzeit starke Wachstumsmärkte aufgrund des demografischen Wandels und dem Bedürfnis nach hoher Lebensqualität.

Im Gesundheitsbereich liegen Zukunftspotenziale u. a. in den Feldern HomeCare-Versorgung, Regenerative Medizin, moderne Wundbehandlung, Diagnostik und Therapie, aber auch in der Vermeidung von Krankenhausinfektionen. So erkranken heute in Deutschland laut Statistiken jährlich 400.000 bis 600.000 Menschen an Krankenhausinfektionen, die während einer stationären oder ambulanten Behandlung erworben werden. Für die Vermeidung von Infektionsübertragungen nimmt hierbei die Textilhygiene einen wichtigen Stellenwert ein. Dies gilt nicht nur für Krankenhäuser, sondern auch für Arztpraxen und Pflegeheime. An die eingesetzten Textilien und deren Aufbereitung werden spezielle Anforderungen gestellt, wie der Wirtschaftsverband Textil Service WIRTEX e. V. auf dem Kongress „Textil Innovativ“ am 1. März 2016 in Fürth aufzeigen wird. Neben der fachgerechten Aufbereitung kann zudem die antibakterielle und antivirale Ausrüstung von Textilien einen wertvollen Beitrag leisten – dies wird ebenfalls im Rahmen des Kongresses diskutiert werden.

Laut Experten leiden etwa zwei bis vier Millionen Menschen in Deutschland an chronischen Wunden. Und die Anzahl wird in Anbetracht des demografischen Wandels weiter steigen. Deshalb ist die Entwicklung innovativer Wundprodukte mehr denn je gefragt: z. B. mit antiseptischer Wirkung, Wirkstoffabgabe oder aktiver Einflussnahme auf den Heilungsprozess. Darüber hinaus wird an Lösungen gearbeitet, die es ermöglichen, den Wundheilungsprozess ohne häufige Verbandswechsel zu überwachen – z. B. über das Einbringen biochemischer und chemischer Indikatoren oder physikalischer Parameter. Solche Systeme sollen es zukünftig ermöglichen, Wundheilungsstörungen frühzeitig zu erkennen und individuell zu behandeln. Entwicklungen und Trends in der Wundversorgung wird die Lohmann & Rauscher GmbH & Co. KG präsentieren.

Seit vielen Jahren wird auch an der Entwicklung von Smart Textiles mit sensorischen und elektronischen Eigenschaften gearbeitet, denen gerade im Gesundheits- und Pflegebereich ein großes Einsatzpotenzial prognostiziert wird: sei es für die Optimierung medizinischer Produkte wie Orthesen und Prothesen, die Überwachung von Vitalparametern oder für spezielle Diagnostik- und Therapieverfahren. Eine jüngste Entwicklung ist ein spezielles System zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit akuten und chronischen Rückenschmerzen, ein gemeinsames Projekt der KARL OTTO BRAUN GmbH & Co. KG und Epionics Medical GmbH. Der Einsatz intelligenter Textilien ist insbesondere auch für die medizinische Betreuung chronisch Kranker, alter und pflegebedürftiger Menschen von Interesse, wie die Smart Textiles Plattform Austria anhand von Erfahrungsberichten im Pflegebereich aufzeigen wird.

Diese und weitere Themen wie Herausforderungen in der Medizinprodukteentwicklung, Trends bei Kompressionstextilien und Anforderung an funktionelle Ärztebekleidung greift der Kongress „Textil Innovativ“ am 1. März 2016 in Fürth mit den zwei parallelen Vortragsreihen „Sport & Outdoor“ und „Medizin & Hygiene“ auf. Der Kongress wird von der Bayern Innovativ GmbH gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie ausgerichtet. Neben dem Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. sind der Dialog Textil-Bekleidung, der Cluster Neue Werkstoffe, das Forum MedTech Pharma e.V. und die Bayerische Forschungs- und Innovationsagentur als Partner eingebunden. Insgesamt werden rund 250 Teilnehmer zu dem Fachkongress erwartet.

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