Medizin-Campus mit internationaler Strahlkraft

Beim Neujahrsempfang am 13. Januar 2016 begrüßte der Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg die Gäste im Neubau der Marsilius-Arkaden, einem weiteren Meilenstein des Campus im Neuenheimer Feld. Großer Dank galt den Mitarbeitern, Partnern und Förderern: Nur gemeinsam konnte es gelingen, auch in 2015 ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erzielen und das Jahresergebnis von 2014 sogar zu übertreffen. Überregionale Investitionen prägten den Geschäftsverlauf 2015 ebenso wie herausragende wissenschaftliche Erfolge.

Es ist zur Tradition des Universitätsklinikums Heidelberg geworden, das neue Jahr in neuen Gebäude zu begrüßen und so freute sich der Vorstand, rund 150 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen, Universität und Heidelberger Forschungseinrichtungen in den Marsilius-Arkaden empfangen zu dürfen. „Die Marsilius-Arkaden stehen in besonderer Weise für die fächerübergreifende erfolgreiche Zusammenarbeit am Wissenschaftsstandort Heidelberg. Sie werden gemeinsam von Universität und Universitätsklinikum vielschichtig genutzt werden: u.a. als Konferenzzentrum, Ökumenisches Zentrum, aber auch als Wohnfläche für Personal, Patienten und deren Angehörige sowie auch vom Marsilius Kolleg und Fachabteilungen des Universitätsklinikums“, sagte Professor Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor. Das Gebäudeensemble am Neckarufer mit den drei markanten Türmen, in denen demnächst bis zu 1.500 Menschen leben und arbeiten werden, war seit 2012 errichtet worden. Die Baukosten in Höhe von ca. 56 Millionen Euro tragen Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg durch eine Leasing-Finanzierung. Im Frühjahr wird die offizielle Eröffnungsfeier durch den Bauträger Epple Immobilien GmbH stattfinden.

Im Namen des Klinikumsvorstands dankte Professor Adler allen Mitarbeitern, Partnern und Förderern in Patientenversorgung und Forschung für ihr großartiges Engagement im vergangenen Jahr: „Gemeinsam schaffen wir in Heidelberg einen Medizin-Campus mit internationaler Strahlkraft.“ Dazu gehören auch ambitionierte Neubauprojekte wie die Chirurgie – 2015 wurde der Grundstein für den 170 Millionen Euro-Neubau gelegt – und das Zentrum für Integrative Infektionsbiologie – CIID, das Richtfest feiern konnte. Hier werden ab 2016 Wissenschaftler aus der infektiologischen Grundlagenforschung, der Physik, Chemie, Biologie, Nanotechnologie und Mathematik zusammenarbeiten. Auch das große Engagement der Mitarbeiter zur Unterstützung der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge am Klinikum und im Patrick-Henry-Village (PHV) erwähnte Professor Adler – „Hier haben nach einem internen Aufruf innerhalb von 24 Stunden 50 Ärzte ihre Bereitschaft zur unbürokratischen Hilfe im PHV angeboten“. Der Stadt Heidelberg dankte Professor Adler für ihre Unterstützung bei dem aktuell anstehenden Projekt „Notfallzufahrt“: „Kliniken und Institute müssen für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter erreichbar sein, auch in Notfallsituationen. Wir danken der Stadt und ihren Vertretern für die guten Gespräche hierzu und die Bereitschaft, zeitnah konstruktive Entscheidungen zu treffen.“

Erfolgreiche Kooperationen in der Region und darüber hinaus

„Dank der herausragenden Leistungen aller Mitarbeiter konnte auch für das Jahr 2015 ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielt werden. Sogar etwas positiver als in 2014“, beleuchtete die Kaufmännische Direktorin Irmtraut Gürkan die finanzielle Situation. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen für die Hochschulmedizin befinde sich das Klinikum auf einem stabilen Kurs und traue sich mutige, über die Region hinausgehende Investitionsentscheidungen zu treffen. Als Beispiel nannte Gürkan die Eröffnung des Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrums sowie die erste telemedizinische Praxis für die Diagnose von Erkrankungen des peripheren Nervensystems in Hamburg, MR-Neurographie Nord. „Das ambitionierte Ziel, in Marburg innerhalb eines guten Jahres die Anlage in den Patientenbetrieb zu überführen, wurde erreicht. Eine unglaubliche Leistung aller Beteiligten“, so Irmtraut Gürkan. „Diese Investitionen machen uns zukunftsfähig und optimieren unsere Patientenversorgung, sind jedoch ein riesiger Kraftakt für uns.“ Eine wesentliche Basis solcher überregionaler Aktivitäten sei der enge Schulterschluss mit Kliniken in der Region.

Ein attraktiver Arbeitgeber

„Mehr als 12.000 qualifizierte und motivierte Mitarbeiter versorgen rund 65.000 stationäre Patienten und mehr als eine Million ambulante Patientenbesuche pro Jahr“, erklärte Pflegedirektor Edgar Reisch. Die Personalsituation sei gut. Es werde jedoch zunehmend schwierig, im Bereich Pflege adäquates Personal zu finden. Hier befinde sich das Universitätsklinikum im Vergleich zu anderen Kliniken noch in einer komfortablen Situation. Ursache hierfür sei sicherlich, dass das Klinikum an der Akademie für Gesundheitsberufe eigenen Nachwuchs in zwölf Berufen aus- und fortbildet. Die Mitarbeiter – und damit das Klinikum – profitieren von vier staatlich anerkannten Fachweiterbildungen sowie einem umfangreichen Fortbildungsprogramm. 2015 blieb kein Ausbildungsplatz unbesetzt. Rund 70 Prozent der Absolventen werden vom Universitätsklinikum übernommen.

„Uns ist es besonders wichtig, unsere Mitarbeiter langfristig zu halten. Das Klinikum will ein attraktiver Arbeitgeber sein und sich stetig entwickeln.“ Entscheidend sei dafür die Mitarbeiterbelange ernst zu nehmen. Hierfür wurde 2015 erneut eine Mitarbeiterbefragung „Great place to work“ durchgeführt, aus der nun mittelfristig Entwicklungsmaßnahmen abgeleitet werden. Stolz ist das Klinikum auch auf sein umfangreiches Sozialprogramm und seine gute Vergütungsstruktur.
Forschung und Lehre: Spitzenkräfte kommen an den Neckar
Auch in Forschung und Lehre boomt der Campus: „ Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte 2015 zwei neue Sonderforschungsbereiche zu den Themen „Chronische Schmerzen“ sowie „Haut und Immunsystem“ mit einer Fördersumme von rund 24 Millionen Euro. Somit haben wir uns mit nun fünf neuen Sonderforschungsbereichen seit 2014 an die Spitze der Hochschulen katapultiert“, führte Professor Dr. Wolfgang Herzog, Dekan der Medizinischen Fakultät, aus und fuhr fort: „Wir bieten in Heidelberg sehr gute Bedingungen was die Kooperationsmöglichkeiten vor Ort, die technische Ausstattung und die administrative Unterstützung angeht, gestützt durch vielfältige nationale und weltweite Forschungskooperationen. Somit gelingt es uns attraktive Forschungsfelder voranzutreiben und Spitzenkräfte an den Neckar zu holen.“ Beispielsweise erhielt 2015 der international renommierte Epidemiologe Prof. Dr. Till Bärnighausen von der Harvard University (USA) eine Humboldt-Professur, um damit künftig in Heidelberg die Forschung zu globaler Gesundheit auszubauen.

Wichtig ist Professor Herzog das Vorantreiben von Zukunftsprojekten wie „Big Data“, die Ausweitung klinischer Studien und Etablierung der Versorgungsforschung. „Es gilt die immer größere Zahl von Patientendaten nach modernsten Methoden der Informationstechnologie zu analysieren und zum Wohle des Patienten zu nutzen – eine enorme Herausforderung und Chance der modernen Medizin. Hier sind wir gemeinsam mit Industriepartnern auf einem spannenden Weg.“

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de

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