Rezeptfreie Medikamente: Preisvergleich lohnt sich bei Selbstmedikation

Selbstmedikation – Zahlreiche Tabletten, Tropfen und Tinkturen zur Linderung lästiger Symptome werden nicht nur in Apotheken und Drogerie-Märkten, sondern auch verstärkt im Internet angeboten. Die meisten Mittel gegen Erkältung gibt es jedoch längst nicht mehr auf Rezept, sondern müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Wer den Preisvergleich nicht scheut, kann beim Arzneimittelkauf allerdings so manchen Euro sparen. Doch nicht nur vor teuren, auch vor dem unkritischen Griff nach Erkältungskillern sei gewarnt. „Viele Medikamente gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit werden in ihrer Wirkung überschätzt. Oftmals lindert auch ein bewährtes Hausmittel die Beschwerden“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Sie rät, hartnäckigen Erkältungsviren mit folgenden Tipps wirksam und ohne hohe Kosten zu Leibe zu rücken:

Arzneimittel sind nur zweite Wahl: Wenn die Nase läuft oder es im Hals kratzt, müssen diese akuten Beschwerden nicht gleich mit Medikamenten bekämpft werden. Bei einer normalen Erkältung wirken Omas Hausmittel – heißer Tee, Fußbäder, Wadenwickel oder Dampfbäder zum Inhalieren – oft schon wahre Wunder. Auch beim Kauf freiverkäuflicher Produkte im Drogeriemarkt lautet die Devise: Weniger ist meist mehr! Das beste Bollwerk gegen Erkältung ist ein intaktes Immunsystem. Voraussetzung für eine Eins-A-Abwehr sind viel Bewegung an der frischen Luft, ausreichender Schlaf und eine gesunde Ernährung.

Werbeversprechen misstrauen: „Hilft garantiert“, „Wirksam über Nacht“ oder „Macht der Erkältung Beine“ – ein Arzneimittel sollte nicht aufgrund seiner vollmundigen Werbeversprechen gekauft werden. Ein Teil der angepriesenen Medikamente sind schlicht zu teuer oder in ihrer lindernden Wirkung umstritten. Kunden, denen es bereits im Hals und in der Nase kribbelt, sollten sich vor dem Kauf – etwa bei ihrem Arzt oder Apotheker – informieren, inwieweit ein durch Werbung empfohlenes Medikament die Erkältungsbeschwerden tatsächlich bekämpft.

Wenn"s ohne Medikamente nicht geht: Helfen bei hartnäckigen Viren nur noch Schmerzmittel, Halstabletten oder Schnupfenspray, müssen Kranke die lindernden Mittel in der Regel selbst zahlen. Für Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr werden die Kosten für die rezeptfreien Medikamente von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings erstattet. Da Apotheken keiner Preisbindung mehr unterliegen, kann es sich lohnen, Preise und Angebote mehrerer Apotheken miteinander zu vergleichen.

Augen auf auch beim Internet-Kauf: Wer Arzneimittel über eine Online-Apotheke bestellt, sollte nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Höhe der Versandkosten und auf die Seriosität des Anbieters achten. Auf der sicheren Bestellseite ist, wenn im Internet Adresse, Telefonnummer, allgemeine Geschäftsbedingungen und Angaben zur Aufsichtsbehörde angegeben sind. Auch wenn die Werbung noch so verlockend klingt: In keinem Fall sollten Medikamente aus einem Nicht-EU-Land bezogen werden. Die Bestellung ist verboten und birgt aufgrund mangelnder Kontrollen ein hohes Maß an gesundheitlichen Risiken.

Nicht nur nach Nebenwirkungen fragen: Kunden sollten sich in der Apotheke auch nach preiswerten Alternativen – etwa nach Nachahmerpräparaten – erkundigen. Die so genannten Generika enthalten die gleichen Wirkstoffe wie die Original-Präparate. Allerdings gelangen die Mittel unter einem anderen Namen und in einer anderen Verpackung in den Handel. Möglicherweise gibt"s auch Unterschiede bei Form und Farbe von Pillen und Tabletten sowie bei den Konservierungs- und Geschmackstoffen. Vor allem Patienten, die auf bestimmte Inhaltsstoffe allergisch reagieren, sollten bei der Wahl eines Nachahmerpräparats unbedingt auf diese unterschiedlichen Faktoren achten und vor dem Kauf am besten Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker halten. (VZ-NRW, 02/2010)

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