Medikamente in der Schwangerschaft – Risiken und Bedenken

 Frauen, die schwanger sind, führen während dieser Zeit häufig ein möglichst gesundes Leben und versuchen alles zu vermeiden, was für das ungeborene Kind schädlich sein könnte. Nikotin, Alkohol und Fast-Food werden daher oft vom Ernährungsplan gestrichen. Eine Schwangerschaft bringt viele neue Themen mit sich und bedeutet eine große Umstellung in fast allen Bereichen des Alltags der werdenden Mutter. Jede Frau reagiert dabei ganz individuell, während die einen von Beginn bis zur Geburt beschwerdefrei ihre Schwangerschaft durchleben, haben andere wiederum mit typischen Symptomen wie Übelkeit, Schmerzen oder Sodbrennen zu kämpfen.

Vieles muss beachtet werden, wenn sich der Körper auf die Geburt eines Kindes vorbereitet. Doch wie sieht es aus, wenn sich die werdende Mutter in der Schwangerschaft nicht wohl fühlt? Kann sie Medikamente gegen Kopfschmerzen, Sodbrennen, Magenschmerzen oder Schwangerschaftsakne ohne einen Arztbesuch einnehmen?

 

Entwicklung im ersten Trimester

Die ersten Wochen der Schwangerschaft sind besonders wichtig für eine gesunde Entwicklung des Kindes. In den ersten drei Monaten, dem ersten Trimester, findet die Bildung von Körper und Organen statt, auch das Gehirn entwickelt sich jetzt. Damit das Wachstum möglichst ohne Verzögerungen oder Schäden stattfinden kann, ist es wichtig, dass von außen keine Schadstoffe zugeführt werden. Nimmt eine Schwangere bestimmte Medikamente zu sich, gelangen die Wirkstoffe über den Blutkreislauf in die Plazenta und werden darüber vom Embryo aufgenommen.

 

Embryo nimmt Arzneimittel auf

Da von kaum einem Medikament der komplette Kreislauf von der Aufnahme der Mutter über die Stoffwechslung durch das Ungeborene bis hin zur Ausscheidung durch die Schwangere bekannt ist, sollte man bei einer Einnahme von Arzneimitteln äußerst vorsichtig sein. Im Blut des Ungeborenen wurden bis zu 80 Prozent der Arzneimittelkonzentration der Mutter nachgewiesen, was weitreichende Folgen haben kann.

Generell gilt daher, dass Schwangere vor der Einnahme von Medikamenten immer ihren Arzt fragen sollten. Dies gilt besonders, wenn es sich um verschreibungspflichtige Arzneimittel mit tiefgreifender Wirkung handelt, aber auch rezeptfreie oder pflanzliche Mittel können schädlich sein und sich negativ auswirken.

 

Schmerzmittel für Schwangere?

Schmerzmittel werden in der Schwangerschaft häufig verlangt, da es bei Schwangeren oft zu Kopfschmerzen kommt. Vor allem im ersten Trimester treten sie auf, weil der Körper sich umstellen muss. Trinkt die Frau zu wenig oder sinkt der Blutdruck, kann der Kopf ebenfalls schmerzen. Ab der 20. Schwangerschaftswoche können die Beschwerden jedoch auftreten, weil eine Präeklampsie, Thrombosen oder andere behandlungsbedürftige Krankheiten vorhanden sind, die zu gefährlichen Komplikationen führen können.

Nimmt die Frau nun Acetylsalicylsäure (ASS; zum Beispiel Aspirin) ohne ärztliche Rücksprache zu sich, besteht die Gefahr, dass sich die Schwangerschaft verkürzt und außerdem die Wehen verringert werden. Da ASS zudem Einfluss auf die Blutgerinnung nimmt, kann diese bei der Geburt herabgesetzt sein und ein stärkerer Blutverlust erfolgen. Hirnblutungen können beim Frühgeborenen auftreten.

Die Komplikationen sind allerdings stark von der Dosierung abhängig. Nach Rücksprache mit dem Arzt können Schwangere bei Schmerzen besser auf Paracetamol zurückgreifen.

 

Vorsicht bei Schwangerschaftsakne

Tritt Schwangerschaftsakne auf, sollte man nicht zu Medikamenten mit dem Wirkstoff Isotretinoin greifen wie es beispielsweise bei Aknefug® eingesetzt wird. Nimmt die Frau Medikamente mit Retinoiden oral ein, ist das Risiko für eine Fehlgeburt erhöht. Fehlbildungen der Ohren, des Gesichtes und des zentralen Nervensystems kommen ebenfalls häufiger vor. Zwar sind bei Anwendungen auf der Haut nur wenige Fälle bekannt, dennoch können solche Komplikationen hier nicht ausgeschlossen werden.

 

Sodbrennen und Nervosität

Keine Hinweise auf Schädigungen des Ungeborenen hat man jedoch bei Baldrian gefunden. Es wird häufig bei Unruhe, Nervosität oder Schlafstörungen eingenommen. Häufig leiden Schwangere unter Sodbrennen, da der Magen durch den wachsenden Embryo nach oben gedrückt wird. Omeprazol ist ein Wirkstoff, der häufig bei diesem Symptom eingesetzt wird und von Schwangeren und dem Embryo sehr gut vertragen wird.

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