Mediengespräch: Internationales Symposium beschäftigt sich mit chronischer Depression

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit mehr als 300 Millionen Menschen an Depressionen, in zehn Jahren wird die Depression nach den Prognosen der WHO die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Für ihre psychiatrisch-psychopharmakologische und psychotherapeutische Behandlung stehen einerseits moderne, wirksame Verfahren zur Verfügung. Andererseits haben depressive Patienten eine Tendenz zur Wiedererkrankung: Bei etwa 50 Prozent wird die Erkrankung chronisch, mehr als 20 Prozent reagieren nicht auf antidepressive Medikation. „Viele von ihnen leben sehr lang mit Depressionen, bevor diese als solche erkannt und entsprechend behandelt werden. Schweres seelisches Leid für die Betroffenen und ihre Angehörigen sowie große, nicht abschätzbare Kosten für die Gesellschaft unter anderem durch Arbeitsunfähigkeit sind die Folgen“, erläutert Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber, Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts Frankfurt.

Mit der chronischen Depression beschäftigt sich ein internationales Symposium, das vom 28. Oktober (Freitag) bis zum 30. Oktober (Sonntag) im Jügelhaus (Altes Hauptgebäude) auf dem Campus Bockenheim und im Haus am Dom stattfindet und zu dem 40 Wissenschaftler aus sieben Ländern erwartet werden. Veranstalter ist das Sigmund-Freund-Institut in Kooperation mit der Goethe-Universität und der Universität Kassel. Welcher depressive Patient mit welchen Erkrankungshinter-gründen und -auswirkungen von welchem Behandlungsverfahren am meisten profitiert, ist bisher noch wenig untersucht. Deshalb führt das Sigmund-Freud-Institut in Kooperation mit anderen universitären und klinischen Einrichtungen eine umfangreiche Therapie-Vergleichsstudie durch: die LAC-Depressionsstudie „Zur Wirksamkeit psychoanalytischer verglichen mit kognitiv-behavioraler Langzeitbehandlungen bei chronisch Depressiven“.

Die erste Ergebnisse dieser Studie, die mehr als 380 Patienten einbezieht, sollen mit anderen internationalen Untersuchungen in Verbindung gebracht werden, kritisch diskutiert und auch in einen breiteren, gesellschaftlichen Kontext gestellt werden. Neben detaillierten Einblick in konkrete psychoanalytische und verhaltenstherapeutische Behandlungen werden auch Modelle der stationären Behandlung chronisch Depressiver vorgestellt. In weiteren Vorträgen geht es unter anderem um den Umgang mit der Suizidalität und die Behandlungen älterer Patienten. „So verspricht diese internationale Tagung einen innovativen, schulenübergreifenden und internationalen Dialog zu einem der brennenden Probleme unserer Zeit, dem Umgang mit chronischer Depression“, ergänzt Rolf Haubl, ebenfalls Direktor am Sigmund-Freund-Institut und Professor für Sozialpsychologie an der Goethe-Universität.

Über den Stand der internationalen Forschung und über erste Ergebnisse der LAC Depressionsstudie berichten die Direktoren des Sigmund-Freud-Instituts und die internationalen Gäste bei einem

Mediengespräch

am 28. Oktober 2011 (Freitag) zwischen 13.30 und 14.30 Uhr

im Sigmund-Freud-Institut, zurzeit in der Goethe-Universität, Altes Hauptgebäude, Campus Bockenheim, Mertonstr.17, 1. Stock, Raum 109a (Gebäudeteil A) (Anmeldung bitte an Anne Annau, Sigmund-Freud-Institut, Tel. (069) 798 25508, annau@sigmund-freud-institut.de)

Informationen: Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber, Sigmund-Freud-Institut, Tel: (069) 798-25508, m.leuzinger-bohleber@sigmund-freud-institut.de;

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