MEDICA: Von A wie Antrag auf Forschungsförderung bis Z wie Zertifizierung

Die Medizintechnikbranche in Deutschland ist hochinnovativ und stabil. Das geht aus der aktuellen Herbstumfrage des Bundesverbands Medizintechnologie.de (BVMed) hervor. Demnach haben die 12.300 Unternehmen (davon 1.300 kleine und mittlere Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern plus 11.000 Kleinstunternehmen) in Deutschland im vergangenen Jahr einen Branchenumsatz von 30 Milliarden Euro erwirtschaftet. Etwa 9 Prozent haben die Hersteller in Forschung und Entwicklung investiert. Mit insgesamt 200.000 Mitarbeitern ist und bleibt die Branche ein Jobmotor.

Die Umfrageergebnisse zeigen allerdings auch, dass die Hersteller die neuen regulatorischen Anforderungen aufgrund der europäischen Medizinprodukteverordnung als größtes Hemmnis für den medizintechnischen Fortschritt betrachten. Diese gehen unter anderem einher mit der Verpflichtung zu umfassenden klinischen Daten.

Die Bundesregierung richtet ihre Fördermaßnahmen für Medizintechnikunternehmen an den sich ändernden Rahmenbedingungen aus. Am Stand, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gemeinsam ausrichten, werden aktuelle Fördermaßnahmen vorgestellt. Außerdem beantworten Vertreterinnen und Vertreter der maßgeblichen Behörden sowie der Selbstverwaltung Fragen rund um den Innovationsprozess.

Die Gesprächsangebote richten sich an Unternehmen der Medizintechnik – an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Forschung und Entwicklung, aber auch aus Regulatory Affairs, Erstattung oder Produktmanagement. Die VDI Technologiezentrum GmbH als BMBF-Projektträger im Bereich Medizintechnik richtet den MEDICA-Stand der Bundesregierung im Auftrag des BMBF aus.

Laufende und aktuelle Fördermaßnahmen für Medizintechnikunternehmen

Mit fortlaufenden, themenoffenen Fördermaßnahmen wie „KMU-innovativ: Medizintechnik“ oder dem „Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ stärkt die Bundesregierung den Transfer von Forschungsergebnissen aus der Wissenschaft in die Wirtschaft. Daneben werden auch aktuelle Fördermaßnahmen vorgestellt, unter anderem zum Thema „Medizintechnische Lösungen in die Patientenversorgung überführen – Klinische Evidenz ohne Verzögerung belegen“. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektträgers Medizintechnik des BMBF sowie des ZIM-Projektträgers des BMWi informieren über Förderkriterien und geben Tipps für die Antragstellung. Ein Vertreter der Förderberatung des Bundes steht ebenfalls für persönliche Fragen zur Verfügung.

Hersteller fragen – Experten antworten

Vor Ort sind außerdem Vertreterinnen und Vertreter aus Behörden und Institutionen, die im Innovationsfeld Medizintechnik eine maßgebliche Rolle spielen. Welche Anforderungen klinische Prüfungen oder Leistungsbewertungen erfüllen müssen, erklären Vertreter aus dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Antworten auf Fragen rund um die Einreichung von Antragsunterlagen für klinische Studien und das zentrale Erfassungssystem für Medizinprodukte geben Vertreter des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Wie ein Produkt erstattungsfähig wird, erläutern Mitarbeiter des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Vertreter der Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten (ZLG) erläutern das Konformitätsbewertungsverfahren und vermitteln Adressen und Ansprechpartner der Benannten Stellen in Deutschland und Europa. Insbesondere an Start-ups und junge Unternehmen richtet sich das Angebot des German Accelerator Life Sciences (GALS), einer Initiative des BMWi. Um Voranmeldung wird gebeten. Gespräche können jedoch auch vor Ort vereinbart werden.

Am zweiten Messetag, dem 13. November, findet außerdem um 11.30 Uhr ein Projektforum statt, bei dem sich die vom BMBF geförderten Industrie-in-Klinik-Plattformen vorstellen. Im Anschluss bietet ein Brunch die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken.

Nationale Informationsplattform Medizintechnik

Ein weiterer Schwerpunkt des Standes ist die Nationale Informationsplattform Medizintechnik, Medizintechnologie.de. Mit einem InnovationsLOTSEN sowie aktuellen Beiträgen über technologische, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen will die Plattform insbesondere KMU auf dem Laufenden halten und im Innovationsprozess unterstützen. Akteure aus Politik, Gesundheitsversorgung, Wissenschaft und Wirtschaft, Selbstverwaltung und Erstattung sind in einer umfassenden Akteursdatenbank gelistet. So ist es ein Leichtes, Kooperationspartner zu finden und sich zu vernetzen. Die VDI Technologiezentrum GmbH setzt die Plattform im Auftrag des BMBF um.

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