Masterstudiengang „Suchthilfe/Suchttherapie“: Jetzt bewerben!

„Die Professionalisierung und der Bedarf an gut ausgebildetem, hochqualifiziertem Personal in der Suchthilfe hat in den vergangenen Jahren weiter zugenommen“, sagt Prof. Dr. Michael Klein, der den Studiengang leitet. Das liege vor allem daran, dass Abhängigkeiten zu den psychischen Störungen mit der höchsten Verbreitung, aber auch mit den deutlichsten Steigerungsquoten innerhalb der Bevölkerung gehören. „Daneben stellen wir auch eine Zunahme an süchtigen Verhaltensformen ohne Drogen fest, wie zum Beispiel Essstörungen, Kaufsucht oder Internet- und Computersucht“, so Prof. Dr. Michael Klein.

Die Hochschule, die 2001 den ersten suchtwissenschaftlichen Studiengang in Deutschland angeboten hat, blickt inzwischen auf über zehn Jahre Erfahrungen in der Ausbildung von Suchttherapeutinnen und Suchttherapeuten zurück. Für den Studienstart im März 2016 lädt die KatHO NRW alle Interessierten zu einer Infoveranstaltung ein:

Mittwoch, 21. Oktober 2015
16 bis 18 Uhr
Katholische Hochschule NRW
Wörthstr. 10 . 50668 Köln
Raum 101

Um Anmeldung unter master.suchthilfe@katho-nrw.de wird gebeten.

Der fünfsemestrige, berufsbegleitende Studiengang richtet sich an Absolventinnen und Absolventen der Humanmedizin, der Psychologie und der Sozialen Arbeit. Bewerben kann sich, wer über einen humanwissenschaftlichen Studienabschluss verfügt und im Bereich der Suchthilfe oder einem verwandten Feld tätig ist. Die Kosten für das gesamte Studium betragen 11.200 Euro. Ausführliche Informationen finden Sie im Internet unter www.suchthilfemaster.de.

Franca Moewes und Wolfgang Wetzel sind zwei von rund 200 Absolventen, die den Studiengang erfolgreich abgeschlossen haben. Das haben Sie uns in einem Interview erzählt:

Franca Moewes (31) arbeitet heute in einer Fachambulanz für Suchtkrankte bei der Caritas in München. Nach ihrem Diplomstudium der Sozialen Arbeit in Münster arbeitete sie zunächst in der Jugendhilfe und während des Masterstudiums als Therapeutin in einer Rehaklinik für Drogenabhängige.
Wolfgang Wetzel (46) leitet bereits seit 1998 die Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Suchtragen beim Caritasverband Zwickau. Nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger studierte er Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Dresden und absolvierte anschließend noch eine suchtspezifische systemisch-familientherapeutische Weiterbildung in Berlin.

Warum haben Sie sich für diese Weiterbildung entschieden?

„Die Entscheidung war zunächst ganz pragmatisch: Ich wollte in unserer Suchtberatungsstelle die ambulante medizinische Rehabilitation implementieren. Dafür muss die Beratungsstelle eine bestimmte Wochenstundenzahl Personal vorhalten, die dafür von der Rentenversicherung anerkannte Zusatzausbildungen vorweisen kann“, erzählt Wolfgang Wetzel. „Ich dachte mir: Wenn schon Weiterbildung, dann richtig. Und da schien mir das Angebot zum Masterstudiengang in Köln konkurrenzlos.“
Franca Moewes erzählt, dass sie als Berufsanfängerin in der Stationären Jugendhilfe gemerkt habe, dass sie in Gesprächen häufig verunsichert war und sich ein größeres therapeutisches Wissen und mehr Sicherheit in der Gesprächsführung gewünscht habe. „Von dem Suchthilfemaster hatte ich schon während meines Diplomstudiums gehört und als ich dann feststellte, dass die Weiterbildung zur Suchttherapeutin im Studium integriert ist, war die Entscheidung schnell gefallen“, erinnert sie sich.

Was ist das Besondere an dem Studiengang?

„Für mich sind es drei Aspekte, die den Studiengang besonders machen“, sagt Franca Moewes: „Da er nebenberuflich angelegt ist, konnte ich vieles, das ich im Seminar gelernt habe, im Arbeitsalltag direkt überprüfen, ausprobieren und offene Fragen in der Hochschule ansprechen. Wichtig war mir auch der Masterabschluss an sich. So habe ich die Möglichkeit, später in der Wissenschaft zu arbeiten. Der dritte Punkt ist die therapeutische Zusatzausbildung. Das absolute Herzstück und die Krönung dieses Studiengangs.“
Wolfgang Wenzel meint, dass eine moderne, professionelle Suchthilfe neben der therapeutischen Kompetenz auch über suchtmedizinisches, juristisches und suchtpolitisches Wissen verfügen muss. „Da ist der Master an der KatHO nach meiner Einschätzung die einzige suchtspezifische Weiterbildung in Deutschland, die das wirklich abdeckt.“

Wie haben Sie den Spagat zwischen Beruf und Studium gemeistert?

„Das frage ich mich im Nachhinein auch“, lacht Franca Moewes. „Ich bin während des Studiums wirklich an meine Belastungsgrenzen gestoßen. Besonderes zu dieser Zeit habe ich die Supervision und die berufliche Selbstreflexion für mich genutzt und dann doch auch sehr aus dieser Phase für mein weiteres Berufsleben profitiert.“
Auch für Wolfgang Wenzel war das Studium – auch in finanzieller Hinsicht – ein Kraftakt, wie er sagt. „Jeden zweiten Freitag und das Wochenende aus der sächsischen Provinz nach Köln und zurück – das war schwierig. Dennoch habe ich das Studium nie bereut, weil es jeden investierten Euro wert war.“

Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?

Franca Moewes möchte sich im Bereich Lehre und Forschung gerne ein zweites berufliches Standbein auf- und ausbauen. „Ich habe eine Promotion an der Uni Eichstätt ins Auge gefasst, an der ich schon erste Erfahrungen als Dozentin gesammelt habe. Aber mein erstes Standbein ist und bleibt die sozialtherapeutische Arbeit in der Suchthilfe, der Beratung und Therapie.“
Wolfgang Wenzel will auf jeden Fall in Zwickau bleiben. „Ich will dafür Sorge tragen, dass den Menschen in diesem südöstlichen Zipfel Deutschlands eine moderne und professionelle ambulante Suchthilfe zur Verfügung steht“, sagt er augenzwinkernd.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Michael Klein, mikle@katho-nrw.de, Tel. 0221/7757-156
Reaktion: Julia Uehren, presse@katho-nrw.de, Tel. 0221/7757-508

Scroll to Top