Masterplan Medizinstudium 2020: Veröffentlichung ohne klares Finanzierungskonzept

Die heutige Veröffentlichung des Masterplans war mit Spannung erwartet worden – vor allem, weil sie mehrfach vertagt wurde. Nun wurde zwar ein Paket aus 40 Maßnahmen öffentlich präsentiert, unklar ist dagegen, wie diese Maßnahmen auskömmlich finanziert werden sollen. „Wir begrüßen die im Masterplan formulierten Ziele und stellen uns den neuen Herausforderungen“, kommentiert MFT-Präsident Heyo K. Kroemer die Veröffentlichung des Papiers. „Unstrittig ist aber auch – und darauf hat der MFT wiederholt hingewiesen –, dass eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Medizinstudiums nur durch ein belastbares Finanzierungskonzept gelingen kann“, so Kroemer weiter. Für die Zukunft wünscht sich Kroemer, dass der MFT als einer der Hauptakteure inhaltlich in die Umsetzung eingebunden wird. Dies war in der Vergangenheit leider nicht der Fall. Der Reformkatalog ist dem MFT und den weiteren relevanten Akteuren erst heute offiziell bekannt geworden.

Der Masterplan beinhaltet viele sinnvolle Punkte, etwa die Kompetenzorientierung der Ausbildung oder die frühe Verknüpfung theoretischer und klinischer Lehrinhalte über den gesamten Verlauf des Studiums. Vieles davon wird auch bereits an den Fakultäten in unterschiedlicher Form umgesetzt. Andere Maßnahmen wie die Einführung eines vertragsärztlichen Pflichtquartals für alle Studierenden außerhalb bislang etablierter Lehrstrukturen sind ohne die Bereitstellung zusätzlicher Mittel nicht möglich. Umso bedauerlicher ist daher, dass die Hängepartie für den weiteren Reformprozess, was die Finanzierung betrifft, auch nach der heutigen Entscheidung weitergeht.

Kontakt Deutsche Hochschulmedizin e.V.
Dr. Corinne M. Dölling, Alt-Moabit 96, 10559 Berlin,
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