Maßgeschneiderte Krebstherapie für die Lausitz

Personalisierte Therapien sind die Hoffnung vieler Mediziner und Patienten in der Krebsvorsorge und -behandlung. Der Erfolg einer Therapie hängt maßgeblich von der Wirkung der Medikamente ab. „Erst die effiziente Diagnostik und Auswertung von Blut oder Gewebe eines erkrankten Menschen gibt dem Arzt ein umfassendes Bild einer Krankheit. Das ist wichtig, um die Therapie individuell zuschneiden zu können“, so Prof. Peter Schierack, Sprecher des wissenschaftlichen Beirates des Wachstumskerns PRÆMED.BIO, der an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus–Senftenberg das Fachgebiet Multiparameterdiagnostik leitet. Ausgebildete Spezialisten in Laboren analysieren bisher einzelne Biomarker. Das ist aufwendig und teuer.

Vor diesem Hintergrund arbeiten Forschende und Wirtschaftspartner gemeinsam an Technologien und Software-Lösungen, die gleich mehrere Messwerte auf Basis der digitalen Fluoreszenz automatisiert zusammenführen und auswerten. „Neu ist, dass wir mit der Technologie verschiedene Biomarker zusammenführen können, die uns detaillierte Informationen über den Zustand eines Patienten geben. Zudem ist die Fluoreszenzmikroskopie ein Verfahren, das noch detailreichere Informationen über Zellen und Gewebe als die klassische Lichtmikroskopie liefert. Ein Patient kann so wesentlich besser charakterisiert und individuell therapiert werden“, fasst Prof. Schierack zusammen. So erhoffen sich die Forschenden, die Dauer einer Behandlung verkürzen und die Heilungschancen erhöhen zu können. Das soll insbesondere die Behandlung von Menschen mit Tumoren nachhaltig verbessern.
„Erst damit können zukünftig fundierte individualisierte Diagnostikdaten für die Diagnosestellung durch ein ärztliches Konsil über ein Messsystem zeitnah und kostengünstig bereitgestellt werden. Wir freuen uns, dass das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung des Deutschen Krebsforschungszentrums, einer der nationalen Meinungsbildner auf dem Gebiet der modernen Krebsforschung, Teil unseres Bündnisses ist“, so Prof. Dirk Roggenbuck, Sprecher des neuen Wachstumskerns PRÆMED.BIO.

Für den Wachstumskern mit einer Laufzeit vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 haben sich die BTU Cottbus-Senftenberg, die Technische Universität Dresden und das Deutsche Konsortium Translationale Krebsforschung mit neun Unternehmen zusammengeschlossen. Seitens der BTU sind hier die Institute für Biotechnologie und Medizintechnologie involviert.
PRÆMED.BIO ging am 31. Januar 2019 mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung an den Start. In ihren Grußworten waren sich Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes-, Landes- und Regionalpolitik mit den Bündnispartnern einig, dass über das Ziel zukunftsweisender Entwicklungen in der Präzisionsmedizin hinaus die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze und die Etablierung wissenschaftlich-technischen Know-hows in der Lausitz wichtige Beiträge für den Strukturwandel sind. Hervorgehoben wurde in diesem Zuaammenhang auch die Bedeutung einer optimalen Versorgung mit bezahlbaren medizinischen Leistungen in ländlichen Gebieten. Durch die geplanten Ansiedlungen weiterer Unternehmen und die Einrichtung eines gemeinsamen Labors im Innovationszentrum in Senftenberg entstehen hochqualifizierte Arbeitsplätze und Ausgründungen. Beteiligt sind Partner entlang der kompletten Wertschöpfungskette für medizinische Diagnostik – vom Messgerätebau, der Entwicklung neuer diagnostischer Parameter über die Produktion und den Vertrieb bis hin zur klinischen Anwendung. Die Wachstumskerne werden im Rahmen der Innovationinitiative Unternehmen Region vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Projektträger Jülich begleitet.

Für die amtierende Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg Prof. Christiane Hipp ist der Wachstumskern PRÆMED.BIO eine wichtige Brücke zwischen der BTU, Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen, die Transferprojekte wie beispielsweise den Innohub 13 im Rahmen der Innovativen Hochschule hervorragend ergänzt. Sie diene gleichermaßen der wissenschaftlichen Profilschärfung der Universität wie der Stärkung des Standortes in Senftenberg.

Pressekontakt:
Kristin Ebert
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
T +49 (0) 355 69-2115
E kristin.ebert(at)b-tu.de

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. vet. Peter Schierack
Multiparameterdiagnostik
T +49 (0) 3573 85-932
E Peter.Schierack(at)b-tu.de

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