Markus Donix auf Professur für Gerontopsychiatrie der Hochschulmedizin Dresden berufen

Der Bedarf einer umfassenden Diagnostik und Therapie dementieller Erkrankungen ist am Dresdner Uniklinikum seit dem Start der Universitäts-Gedächtnisambulanz vor 17 Jahren kontinuierlich gestiegen. Mittlerweile zählt die Klinik jährlich 600 neue Patienten, die sich mit Gedächtnisproblemen oder ersten Anzeichen einer Demenz vorstellen. Die Professur für Gerontopsychiatrie wird die im Uniklinikum bestehenden Angebote miteinander verknüpfen. Unter dem Dach des UniversitätsCentrums für Gesundes Altern arbeiten Internisten, Neurologen und Psychiater zusammen, um die Patienten besser zu versorgen, die im steigenden Lebensalter oft unter mehreren Erkrankungen leiden.

„Professor Donix steht für eine neue Generation von Ärzten, die trotz ihrer Spezialisierung immer auf Tuchfühlung mit den Gegebenheiten der Krankenversorgung bleiben und nach neuen Wegen suchen, den Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden. Hinzu kommt, dass er die Chancen der in der Hochschulmedizin Dresden gelebten fachübergreifenden Zusammenarbeit nutzt und sich zusammen mit weiteren Oberärzten seiner Generation im UniversitätsCentrum für Gesundes Altern engagiert. Auf diese Weise entstehen neue, Maßstab setzende Versorgungsformen, auf die wir stolz sind“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinscher Vorstand des Dresdner Uniklinikums.

Anlässlich des morgigen Welt-Alzheimertag 2017 (Donnerstag, 21. September) unter dem Motto: „Demenz. Die Vielfalt im Blick“, ermuntert Prof. Markus Donix insbesondere ältere Patienten, aktiv gegen Gedächtnisprobleme und die Anzeichen einer beginnenden Demenzerkrankung vorzugehen. „Viele Patienten fragen nach Medikamenten, um die Krankheit aufzuhalten“, sagt Prof. Donix. Der Demenz-Experte plädiert jedoch dafür, sich bei der Behandlung nicht vorrangig an bereits erkennbaren Defiziten zu orientieren, sondern sich auf die bei den Patienten nach wie vor vorhandenen Ressourcen zu konzentrieren, die es zu aktivieren gelte. Dabei verweist er auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den vor Demenz schützenden Faktoren, mit denen sich auch seine Arbeitsgruppe beschäftigt. Ein Element ist neben regelmäßiger körperlicher und geistiger Aktivität hierbei das lebenslange Lernen, das zu einer „kognitiven Reserve“ beitragen kann.

Zählte die Universitäts-Gedächtnisambulanz anfänglich etwa 100 neue Patienten pro Jahr, sind es nun 600. Insgesamt vergab die Ambulanz 2016 über 1.400 Termine an Patienten. In den vergangenen Jahren zeichnete sich zudem der Trend ab, dass sich mehr ältere Menschen mit depressiven Störungen vorstellen. „Oft sind Gedächtnisprobleme und eine allgemeine Leistungsminderung, die im Rahmen einer Depression auftreten können, der Anlass für die Überweisung in die Gedächtnisambulanz“, sagt Prof. Donix. Spezifische Therapieangebote für ältere Menschen mit Depression sowie den hierbei erlebten Veränderungen der Hirnleistung sind jedoch bislang nicht ausreichend etabliert. Das Team um Prof. Donix entwickelte daher ein Konzept für die tagesklinische Behandlung dieser Patienten. „Zu dem über mehrere Wochen laufenden Programm kommen die Patienten werktäglich für etwa sechs Stunden in die Klinik. Die angebotene Behandlung wird primär psychotherapeutisch ausgerichtet sein; aber natürlich können auch Medikamente eingesetzt werden“, erklärt der Professor für Gerontopsychiatrie. Weitere Therapien, wie gezielte Ergo-, Physio- und Musiktherapie werden dazu beitragen, die kognitiven und motorischen Ressourcen der Patienten zu aktivieren oder neue zu erschließen. Um die mit 15 Betten geplante Tagesklinik starten zu können, muss das neue Angebot im Sächsischen Krankenhausplan festgeschrieben werden. Einen entsprechenden Antrag hat das Dresdner Uniklinikum gestellt.

Mit der Berufung auf die Professur für Gerontopsychiatrie setzt Prof. Donix Schwerpunkte in der klinischen Versorgung älterer Menschen mit Demenz und seelischen Erkrankungen wie Depression. Eine fachübergreifende Zusammenarbeit mit Internisten und Neurologen bei den oft von mehreren Erkrankungen betroffenen Patienten wird bereits auf der akutgeriatrischen Station des UniversitätsCentrums für Gesundes Altern deutlich. Auch in der von Prof. Donix geleiteten Universitäts-Gedächtnisambulanz sollen zukünftig im Rahmen eines interdisziplinären Demenz-Zentrums Psychiater und Neurologen gemeinsam Patienten behandeln.

Weitere Informationen zum Welt-Alzheimertag

Mit dem Motto „Demenz. Die Vielfalt im Blick“ wollen die Initiatoren des Welt-Alzheimertags auf die Vielfalt an Formen und Gesichtern der demenziellen Erkrankungen aufmerksam machen. Meist erkranken Menschen erst im höheren Alter an einer Demenz, manchmal jedoch schon während der Berufstätigkeit. Die Krankheit verändert sich auch im Verlauf. Zu Beginn sind Betroffene weitgehend selbstständig, haben viele Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten. Im späten Stadium benötigen sie immer mehr an Unterstützung. Am Lebensende können sie ihre Bedürfnisse kaum noch ausdrücken und brauchen eine einfühlsame Begleitung. Menschen mit Demenz können traurig und verzweifelt sein, wenn sie sich einsam und hilflos fühlen. Doch wenn sie im Kontakt mit anderen sind, Liebe und Wertschätzung erfahren, können sie auch Freude am Leben entfalten. Weitere Informationen sind unter www.deutsche-alzheimer.de abrufbar.

Kontakt für Journalisten

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Prof. Dr. med. Markus Donix
Stellvertretender Klinikdirektor, Leiter des Bereichs Gerontopsychiatrie
Telefon: 0351 / 458 35 61 (Sekretariat)
E-Mail: markus.donix@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/psy

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