Marburger Pharmakologie vernetzt sich europaweit

Das großangelegte, multidisziplinäre Forschungsnetzwerk „EUTRAF“ verfolgt das erklärte Ziel, Krankheitsmechanismen zu erforschen sowie bessere diagnostische Hilfsmittel und neue Therapien für Patienten mit Vorhofflimmern zu entwickeln.
Vorhofflimmern tritt bei einem bis zwei Prozent der Bevölkerung auf und ist somit die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Die wichtigste Komplikation hierbei sind Schlaganfälle, die bei Patienten mit Vorhofflimmern fünfmal häufiger auftreten als sonst und oftmals zu Behinderungen führen, die eine langfristige klinische Versorgung erfordern.

Über sechs Millionen Europäer leiden an Vorhofflimmern, wobei erwartet wird, dass die Häufigkeit in den kommenden 50 Jahren um das Zweifache ansteigen wird. Daher besteht ein dringender Bedarf an einer verbesserten Vorbeugung, einer effektiveren Behandlung sowie an einer besseren Prävention der Komplikationen als bisher.

„EUTRAF“ zielt auf eine frühzeitige Identifizierung von Patienten, die ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern tragen, sowie auf ein besseres Verständnis der Faktoren, die zu anhaltendem Vorhofflimmern führen. Eine weitere Strategie besteht darin, genaue diagnostische Instrumente zu entwickeln, mit denen Krankheitsmechanismen beim einzelnen Patienten identifiziert werden können; darauf aufbauend soll eine spezifische Therapie für jeden Patienten ermöglicht werden, die auf dessen individuellen Krankheitsmechanismen basieren.

Kockskämpers Arbeitsgruppe am Institut für Pharmakologie und Klinische Pharmazie beschäftigt sich mit den molekularen Grundlagen von Herzrhythmusstörungen, insbesondere mit dem Einfluss von Kalzium und herzwirksamen Peptiden auf die normale und gestörte Funktion des Herzmuskels. Im Rahmen von „EUTRAF“ soll geklärt werden, welche Rolle einem veränderten Kalzium-Haushalt für die Entstehung und Aufrechterhaltung des Vorhofflimmerns zukommt.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Jens Kockskämper,
Institut für Pharmakologie und Klinische Pharmazie
Tel.: 06421 28-25336
E-Mail:

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