Brustkrebsvorsorge durch Mammographie-Screening

Brustkrebsvorsorge – Die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm kann Frauen davor bewahren, an Brustkrebs zu sterben. Andere Methoden sind für das Brustkrebs-Screening nach heutigem Wissensstand nicht geeignet. Daher ist in Deutschland mit sehr großem Aufwand das Programm aufgebaut worden, das es in dieser Qualität bisher noch nicht gab. Die Qualität des Screening-Programms wird laufend überprüft und gesichert. Nur bei besonders hoher Qualität kann das Brustkrebs-Screening auch erfolgreich sein.

Die Teilnahme am Screening-Programm ist freiwillig. Die Untersuchung ist für gesetzlich Versicherte kostenlos, für privat Versicherte können individuelle Regelungen gelten. Eine Praxisgebühr fällt nicht an.

In einem gemeinsamen Brief appellieren 13 Befürworter und Kritiker des Screenings an die Medien, bei der Darstellung der Vor- und Nachteile des Programms die "Kennzahlen Mammographie" zu verwenden. Die Zahlen sollen Frauen ein Gefühl für die Größenordnung geben, in denen sich die Vor- und Nachteile des deutschen Screening-Programms bewegen.

Dr. Wolfgang Aubke, Beiratsvorsitzender der Kooperationsgemeinschaft Mammographie begrüßt die Initiative. "Die Einigung auf ein Zahlenmodell ist vor allem ein wesentlicher Schritt für die Frauen, die vor der Entscheidung über eine Teilnahme am Screening stehen", betont Aubke. Die Zahlen könnten ihnen nun eine gute Orientierung bieten, so Aubke.

Bisher existieren verschiedene und voneinander abweichende Zahlenmodelle zu den Vor- und Nachteilen, die sich etwa nur auf wenige Quellen oder wenige Kriterien beschränken. "Das Besondere an diesen Kennzahlen ist, dass sie eine aktuelle und ausgewogene Einschätzung über die Vor- und Nachteile darstellen, die auf der breiten Grundlage von umfangreichen und transparenten Studienauswertungen und Analysen entstanden ist", betont Aubke.

Nach den "Kennzahlen Mammographie-Screening" lassen sich folgende Kernaussagen treffen: Von 1000 Frauen, die über den gesamten Zeitraum von 20 Jahren regelmäßig am Screening teilnehmen, können fünf Frauen damit rechnen, vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt zu werden. Ebenfalls fünf Frauen werden unnötig zu Brustkrebspatientinnen, weil ihr Krebs ohne Früherkennung nicht auffällig geworden wäre. Allerdings kann zum Zeitpunkt der Diagnose niemand absehen, wie sich dieser Tumor weiterentwickelt und ob er eine Bedrohung für die Frau darstellt. Bei 50 Frauen wird eine Gewebeprobe entnommen, die sich dann als unauffällig herausstellt.

Die Kennzahlen werden bereits in der Informationsbroschüre zum Mammographie-Screening verwendet, die gemeinsam von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe herausgegeben wird. Der Titel der Broschüre: "Mammographie-Screening. Früherkennung von Brustkrebs. Was Sie darüber wissen sollten." Auch das kürzlich überarbeitete Faltblatt der Deutschen Krebshilfe bezieht sich auf die Kennzahlen.

Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie hat in Vorbereitung der Informationsbroschüre den Wissenschaftsautor Dr. Christian Weymayr mit einer ausführlichen Recherche zu den Kennzahlen beauftragt. Die Herleitung der Kennzahlen ist zusammengestellt und veröffentlicht. (Weymayr, Christian: Kennzahlen Mammographie-Screening. Dokumentation 2010.Version 1.2. Hg. v. Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Köln 2010.)

Die Dokumentation und weitere Informationen zum Programm der Brustkrebsvorsorge finden Sie im Internet unter: www.mammo-programm.de (idw, 02/2010)

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