Malaria-Forscherin Nina Simon mit Zonta-Preis ausgezeichnet

Den mit 1.500 Euro dotierten Preis bekam Nina Simon bei einer Feier im Kulturspeicher überreicht. Die Auszeichnung wird jedes Jahr vom Zonta-Club Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Frauenbüro der Universität vergeben; Club-Präsidentin Sabine Unckell überreichte den Preis. Zonta ist eine international agierende Vereinigung berufstätiger Frauen.

„Die Preisträgerin weist nicht den klassischen Lebenslauf einer typischen Naturwissenschaftlerin auf. Ganz im Gegenteil hat sie einiges ausprobiert, bevor sie ihre Leidenschaft für die biologische Forschung entdeckte“, so Gabriele Pradel in ihrer Laudatio.

Werdegang von Nina Simon

Nina Simon, 1977 in Dortmund geboren, jobbte nach dem Abitur bei der Firma McKinsey. 1997 begann sie ein Bauingenieur-Studium an der Fachhochschule München, brach es aber ein Jahr später ab. Sie absolvierte dann eine Ausbildung zur Tierarzthelferin. Doch auch in diesem Beruf sah sie nach dem Abschluss ihrer Lehre nicht ihre richtige Erfüllung.

Also begann Nina Simon 2001 ein Biologiestudium in Gießen. Für das Hauptstudium wechselte sie nach Würzburg, wo sie bald zu Gabriele Pradel kam: Die Nachwuchsgruppenleiterin baute damals am Zentrum für Infektionsforschung ihr Malaria-Forschungslabor auf. „Nina gefiel die Infektionsbiologie so gut, dass sie für ihre Diplomarbeit und anschließend für ihre Doktorarbeit blieb. Ihre Promotion wird sie noch in diesem Jahr abschließen“, sagte Gabriele Pradel.

Malaria-Erreger vermehren sich auch geschlechtlich

Nina Simon erforscht die Sexualstadien des Malaria-Erregers, eines einzelligen Parasiten. Der Erreger vermehrt sich hauptsächlich durch einfache Zellteilungen. Er kann aber auch Geschlechtszellen bilden, die den Ei- und Spermazellen des Menschen nicht unähnlich sind.

Zur Befruchtung kommt es ausschließlich im Darm der Mücken, die den Erreger auf den Menschen übertragen. „Die geschlechtliche Fortpflanzung des Parasiten ist für die Malariaforschung bis heute ein weitgehend unbekanntes Terrain“, sagt Gabriele Pradel.

Geschlechtszellen sind wichtige Angriffspunkte

Für die Bekämpfung der Krankheit spielen die Geschlechtszellen des Malaria-Erregers eine bedeutende Rolle: Im Darm der Mücken liegen sie ungeschützt vor und sind dort für so genannte transmissionsblockierende Impfstoffe zugänglich. Solche Impfstoffe sollen die sexuelle Fortpflanzung des Parasiten im Mückendarm und damit dessen Weiterentwicklung in der Mücke verhindern. Dadurch würde die Krankheit seltener auf den Menschen übertragen.

„Über die Geschlechtszellen des Malaria-Erregers hat Nina Simon bei ihrer Arbeit molekularbiologische Erkenntnisse gewonnen, die die Entwicklung transmissionsblockierender Impfstoffe in ein neues Licht rücken“, hieß es in der Laudatio. Diese Erkenntnisse präsentierte Nina Simon bei der Preisverleihung in einem Vortrag.

Auf den Geschlechtszellen des Malaria-Erregers sitzen Proteine, die sich zu größeren Ansammlungen zusammenfinden. Diese „multimeren Proteinkomplexe“ fördern die Bindefähigkeit der Zellen, insbesondere der Eizellen. Diese neuen Erkenntnisse von Nina Simon wurden 2009 im Journal of Biological Chemistry veröffentlicht. Die Doktorandin vermutet, dass die Oberflächenproteine dem Parasiten helfen, einen Schutzfilm auszubilden, der ihn vor aggressiven Bestandteilen des Blutes schützt.
(idw, 06/2010)

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