Altersabhängige Makula-Degeneration

Erbliche und erworbene Erkrankungen der Netzhaut, die zur völligen Erblindung führen können, galten bis vor wenigen Jahren als gar nicht bzw. schwer behandelbar: Diagnostizierte der Augenarzt beispielsweise im Kindes- oder Jugendalter eine Retinitis pigmentosa, eine Erbkrankheit, mussten sich die Patienten darauf einstellen, dass das schwindende Sehvermögen ihre berufliche und private Zukunft gravierend verändern würde. In Deutschland wird eines von 4000 Kindern mit einer solchen erblichen Netzhaut-Erkrankung geboren. Lautete die Diagnose »Altersabhängige Makula-Degeneration« (AMD), die Ärzte jährlich bei rund 50.000 älteren Menschen stellen, drohte den Patienten ebenfalls der langsame Verlust der Sehkraft. Die AMD ist in westlichen Industrienationen die häufigste Ursache von Altersblindheit.

PATIENTEN UND ÄRZTE HABEN GRUND FÜR OPTIMISMUS

Geht es um die erblichen Netzhauterkrankungen, befindet sich mittlerweile ein ganzes Spektrum von Therapien gegen die verschiedenen Leiden in den entscheidenden Phasen der klinischen Prüfung: Gentherapie, Therapien mit Wachstumsfaktoren, Stammzellen und Zelltransplantaten, Elektrostimulation. Das erste Netzhaut-Implantat hat bereits seine Zulassung erhalten. Ebenso wächst die Erfahrung mit Medikamenten, welche die Altersblindheit aufgrund einer feuchten Makula-Degeneration verhindern, neue Arzneien drängen in den Markt. Intensiv erforschen Wissenschaftler auch Therapiemöglichkeiten zur Behandlung der sehr viel häufigeren trockenen Form der Makula-Degeneration.

Gute Nachrichten sind indes nur eine Besonderheit der Tagung. Eine andere: Im Gegensatz zu den üblichen wissenschaftlichen oder medizinischen Kongressen wird diese Tagung von Patienten und Wissenschaftlern gemeinsam konzipiert und verantwortet. Patienten sind keine »Zaungäste«, sondern gleichberechtigte Partner. Das Kongressprogramm ist daher geprägt von den Foren für Patienten.

Weitere Informationen:
17. WELT-KONGRESS RETINA INTERNATIONAL: Das Tor zum Sehen

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