Magdalena Sauvage leitet neue Abteilung am LIN: Neurobiologin wechselt von der Ruhr an die Elbe

„Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den anderen Gedächtnisforschern am Institut, aber auch am Standort Magdeburg insgesamt. Ich bin mir sicher, dass es hier zu produktiven und bahnbrechenden Kollaborationen kommen wird, denn Anknüpfungspunkte zu meiner Forschung gibt es viele“, so die Leiterin der neuen Abteilung am LIN.

Die Neurobiologin interessiert sich dafür, wie Erinnerungen im Gehirn entstehen. Ihr Forschungsgebiet sind die Teile der Großhirnrinde, die für das Gedächtnis bei Menschen und Tieren von großer Bedeutung sind. Diese sorgen dafür, dass wir uns bewusst an Fakten und Ereignisse erinnern können. Auch für die Ausbildung des Langzeitgedächtnisses ist diese Hirnregion wichtig.

„Damit haben wir eine international renommierte Wissenschaftlerin für unser Haus gewinnen können, die unmittelbar an unserem Kernthema forscht und die bisherigen Abteilungen und Gruppen in idealer Weise ergänzt“, sagt LIN-Direktor Prof. Dr. Eckart Gundelfinger.

Der Rektor der OVGU, Prof. Dr. Jens Strackeljan, schließt sich dem an: „Es freut uns, dass wir zusammen mit dem LIN diese hochkarätige Gedächtnisforscherin für den Magdeburger Forschungsschwerpunkt Neurowissenschaften gewinnen konnten. Sie ist eine große Bereicherung für zukünftige gemeinsame Forschungsprojekte der OVGU und des LIN im Rahmen unseres Neurowissenschaftlichen Zentrums der Universität, dem Center for Behaviorial Brain Sciences CBBS.“

Bei ihren Studien konzentriert sich die gebürtige Französin vor allem darauf, wie das räumliche und nicht-räumliche Gedächtnis über mehrere Sinneseindrücke, also z.B. Sehen und Hören, gespeichert und abgerufen wird. Sie kombiniert dabei Bildgebungsverfahren und molekulare Analysen miteinander.

Um der „Hirnarchitektur des Gedächtnisses“ auf die Spur zu kommen, entwickelt Sauvage ein neues Verhaltensparadigma für Ratten, was diese während funktioneller Kernspintomographie (fMRI) ausführen können, um die Erkenntnisse unmittelbar mit Verhaltensaufgaben von menschlichen Probanden in Beziehung setzen zu können. So könnten Gedächtnisdefizite bei Patienten mit Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen zukünftig besser in Tiermodellen analysiert werden.

Ihre Arbeit in Magdeburg beginnt die neue Abteilungsleiterin gleich mit einem großen internationalen Symposium zur Gedächtnisarchitektur des Gehirns, zu dem sie Ende Mai an das LIN einlädt.

Magdalena Sauvage zieht mit ihrem Mann, der ebenfalls als Neurobiologe arbeitet, und ihren drei Kindern nach Magdeburg.

Das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg ist ein Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung.

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