Lungenkrebs und die Studie 65plus

Was ist Lungenkrebs und welche Symptome sind auffällig?

 

 

Lungenkrebs: Studie 65 plus – Chemotherapie und Bevacizumab bei älteren Patienten

Lungenkarzinom: Auch ältere Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs profitieren von einer Chemotherapie. In der Studie 65 plus wird die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Ersttherapie mit Bevacizumab und Pemetrexed mit der von Bevacizumab, Pemetrexed und Carboplatin bei älteren Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs verglichen. Unter einem Bronchialkarzinom ( = Lungenkarzinom, Lungenkrebs, Bronchialkrebs) versteht man eine bösartige Veränderung des Lungengewebes. Je nach Zelltyp entstehen unterschiedliche Krebsvarianten, darunter das „nicht-kleinzellige Lungenkarzinom“. Lungenkrebs wird oft in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert, weil häufig erst dann charakteristische Symptome wie Atemnot, Husten oder Schmerzen auftreten.

Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie
Zur Behandlung fortgeschrittener Lungenkarzinome wird häufig eine Chemotherapie mit einem Platinsalz angewendet. Die Zugabe von Bevacizumab soll die Wirksamkeit der Chemotherapie noch weiter verbessern. Die Chemotherapie hemmt die Zellteilung. Dadurch wird das unkontrollierte Wachstum der Krebszellen vermindert. Carboplatin schädigt die Erbsubstanz von Tumorzellen und führt so zum Zelltod. Der Antikörper Bevacizumab blockiert gezielt die Signalwege, die an der Bildung von neuen Blutgefäßen am Karzinom beteiligt sind und verhindert damit das Wachstum und die Ausbreitung des Tumors.

Chefarzt PD Dr. med. Wolfgang Schütte, Halle-Dölau – „Bestandsaufnahme der klinischen Erfahrung bei älteren Lungenkrebspatienten – Studie 65 plus“ (Quelle: MEDIZIN ASPEKTE)

Ältere erhalten seltener Chemotherapie
Ältere Lungenkrebspatienten erhalten seltener eine Chemotherapie als jüngere. Diese Zurückhaltung liegt darin begründet, dass Senioren häufig bereits an mehreren Krankheiten leiden und die Chemotherapie bei ihnen mit mehr Nebenwirkungen verbunden ist. Eine Studienauswertung zeigte jedoch, dass die Lebensqualität unter einer Chemotherapie in fast allen Fällen besser ist als ohne Therapie. Wird die Chemotherapie mit Bevacizumab kombiniert, steigt die Lebenserwartung von Älteren im gleichen Umfang wie die jüngerer Patienten.

Studie 65 plus
In der Studie 65plus werden Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Ersttherapie mit zwei verschiedenen Kombinationen bei Patienten über 65 mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom verglichen.

  • Im Studienarm A erhalten die Patienten Bevacizumab in Kombination mit Pemetrexed und Carboplatin
  • Im Arm B erhalten sie Bevacizumab in Kombination mit Pemetrexed

Die Zuordnung zur jeweiligen Gruppe erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Es handelt sich um eine offene Studie, in der sowohl Ärzte als auch Patienten wissen, welche Medikamente der jeweilige Teilnehmer erhält. Die Kombination von Bevacizumab und Pemetrexed mit einem Platinsalz wurde gewählt, weil zuvor in zwei aktuellen klinischen Studien mit dieser Kombination mittlere Überlebenszeiten von 14 bis über 16 Monate erzielt werden konnten. Bei Chemotherapien ohne Bevacizumab betrugen die mittleren Überlebenszeiten von Lungenkrebspatienten in älteren Studien nur etwa 8 bis 10 Monate. (Medizin Aspekte 10/2010)

Quelle:
Bestandsaufnahme der klinischen Erfahrung bei älteren Lungenkrebspatienten – Studie 65 plus, DGHO 2010, Berlin

  • Chefarzt PD Dr. med. Wolfgang Schütte
    Facharzt für Innere Medizin, Lungen-und
    Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin

    Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau
    Klinik für Innere Medizin II
    Lungen- und Bronchialheilkunde

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