Live-Übertragung aus dem Katheterlabor

Von Schaufensterkrankheit bis Bluthochdruck – moderne und bewährte Behandlungsverfahren bei Gefäßerkrankungen sind am Samstag, 17. März 2012, Thema beim 3. Heidelberger Angiologietag, den die Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumonologie des Universitätsklinikums Heidelberg veranstaltet. Von 9 bis ca. 16.30 Uhr stellen internationale Experten im großen Hörsaal der Medizinischen Universitätsklinik, Im Neuenheimer Feld 410, aktuelle Entwicklungen und neue Therapieverfahren der Gefäßmedizin vor. Der Angiologietag ist eine Fortbildungsveranstaltung für Ärzte, richtet sich aber auch an Patienten, Angehörige und die interessierte Bevölkerung. Der Eintritt ist frei.
Höhepunkte der Veranstaltung sind vier Live-Übertragungen komplexer Eingriffe aus dem Katheterlabor direkt auf die große Leinwand im Hörsaal: Die Besucher können auf dem Röntgenbild u.a. verfolgen, wie verengte Arterien im Bein mit einer Gefäßstütze aus Drahtgeflecht (Stent) geweitet und stabilisiert oder Nervenfasern in den Blutgefäßen der Nieren verödet werden, um Bluthochdruck zu senken. Experten kommentieren.
Heidelberger Gefäßzentrum ist Vorreiter bei innovativen Therapien
Ein Themenschwerpunkt ist die Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, auch Schaufensterkrankheit genannt, mittels Katheter. Vorgestellt werden u.a. mit Medikamenten beschichtete Ballons und Stents, die im Rahmen eines Kathetereingriffs eingesetzt werden. Sie tragen dazu bei, Verschlüsse in den Beinarterien dauerhaft offen zu halten. Ohne Medikamentenbeschichtung verengen sich die eröffneten Gefäße bei über einem Drittel der Patienten wieder innerhalb des ersten Jahres, durch die Medikamentenbeschichtung bleiben über 80 Prozent offen. „Wir setzen diese modernen Therapieverfahren in großem Stil seit nunmehr fast zwei Jahren ein und sehen sehr gute Ergebnisse“ sagt Privatdozent Dr. Erwin Blessing, Angiologe an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg und Organisator der Veranstaltung.

Eine erfolgreiche Therapie bei behandlungsresistentem Bluthochdruck – seit anderthalb Jahren am Universitätsklinikum im Einsatz – findet international zunehmend Beachtung: Bei der sogenannten „renalen Denervation“ veröden Mediziner über einen Katheter Nervenfasern in den Blutgefäßen der Nieren; innerhalb von wenigen Wochen sinkt der Blutdruck deutlich. Interessant ist der schonende Eingriff für die Patienten, deren Blutdruck selbst durch die Kombination von drei oder mehr Blutdruckmitteln nicht ausreichend gesenkt werden kann, und die daher ein besonders hohes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz tragen. „Heidelberg ist weltweit eines der führenden Zentren für dieses Verfahren“, so Blessing.

Bald interventionelle Therapie bei Erektiler Dysfunktion möglich?

Mit Professor Dr. Krishna Rocha-Singh vom Prairie Vascular Institute, Springfield, USA, ist einer der weltweit angesehensten Gefäßmediziner zu Gast. Er stellt u.a. ein innovatives Katheterverfahren bei erektiler Dysfunktion vor. Sind Gefäßverengungen der inneren Beckenarterien Ursache der Beschwerden, kann – ähnlich wie in der Oberschenkelarterie bei der Schaufensterkrankheit – ein mit Medikamenten beschichteter Stent eingebracht werden. Eine Pilotstudie des Prairie Institute zeigte, dass das Verfahren sicher und gut verträglich ist und bei rund zwei Drittel der Probanden eine Besserung bewirkte. In Europa gibt es diese Behandlung noch nicht. „Wir können uns allerdings vorstellen, das Verfahren bald im Rahmen einer Studie anzubieten“, so Blessing.

Die Angiologie innerhalb der Medizinischen Klinik ist Teil des zertifizierten, interdisziplinären Gefäßzentrums am Universitätsklinikum Heidelberg. Hier erarbeiten Gefäßchirurgen, Radiologen und Angiologen gemeinsam mit Neurologen, Nephrologen, Diabetologen und Ernährungsmedizinern für jeden gefäßkranken Patienten ein individuell angepasstes Behandlungskonzept, das zusätzliche Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck berücksichtigt.
Programm im Internet:

Wissenschaftliche Leitung:
Priv.-Doz. Dr. Erwin Blessing
Oberarzt, Leiter Angiologie
Medizinische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 86 11
E-Mail: Erwin.Blessing@med.uni-heidelberg.de

Kontakt:
Simone Laudenklos (Sekr.)
Tel.: 06221 / 56 86 76
Fax: 06221 / 56 55 15
E-Mail: Simone.Laudenklos@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

Bei Rückfragen von Journalisten:
Julia Bird
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 70 71
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: julia.bird(at)med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter

27 / 2012

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